Krimkrise beunruhigt die Branche

Russland ist für die Branche ein wichtiger Exportmarkt

Will die EU-Politik in der Krim-Krise weiter an der Sanktionsschraube drehen, sollte sie sich keinesfalls auf wirtschaftliche Sanktionen verlegen. Denn die bestrafen die Falschen und schaden mehr als sie nutzen. Der Schaden auch für die heimischen Textil- und Modeexporteure wäre immens, die Folgen einer Interventionsspirale für beide Seiten katastrophal. Bereits ohne Wirtschaftssanktionen hat der Konflikt weitreichende ökonomische Folgen. Börse und Währung haben sofort reagiert. Deutsche Textilfirmen, die in Russland investiert haben, befürchten gravierende Nachteile. Die Branche zählt daher auf die Besonnenheit der EU-Regierungschefs. Gezielte politische Sanktionen versprechen mehr Erfolg als die handelspolitische Keule. Für die deutschen Textil- und Bekleidungshersteller ist Russland heute die zweitwichtigste Exportdestination außerhalb der EU. Über 4 Prozent des deutschen Textilwarenexports gehen nach Russland; damit ist die Russland-Ausfuhr für die Branche noch wichtiger als für den Durchschnitt der deutschen Industrie. Der russische Modemarkt dürfte bereits heute rund 47 Mrd. Euro schwer sein. Der größte Teil wird durch Importe bedient. Deutsche Markenware genießt dabei einen guten Ruf.

Foto: Sebastian Lux / pixelio.de