Künftigen Forschungsbedarf ausloten

Technischer Ausschuss von Gesamtmasche tagte in Tübingen

Auf Einladung der Firma Rökona trafen sich am 10. September die Mitglieder des Technischen Ausschusses des Gesamtverbandes der deutschen Maschenindustrie zu ihrem turnusmäßigen, zweimal jährlich stattfindenden Austausch.

Wo steht die Forschung für die Maschenindustrie zurzeit? Wie entwickeln sich die laufenden Projekte? Was kann die Forschung maschinentechnisch und produktionstechnisch leisten? Welche Forschungsidee kann zukünftig vorwettbewerblich und produktorientiert angeregt werden, um am Markt neue Maschenerzeugnisse erfolgreich zu platzieren?
Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Mitglieder des Ausschusses stellvertretend für die ganze Branche. Der Ausschuss setzt sich so zusammen, dass alle Maschentechniken und Marktsegmente vertreten sind – Rundstrick wie Kettengewirke und Maschenprodukte für Bekleidung ebenso wie Maschenerzeugnisse für den medizinischen Bedarf oder Auto-Seitenverkleidungen.

Die fachliche Diskussion bringt es dann regelmäßig an den Tag: Trotz aller Unterschiede gibt es doch eine Reihe von Gemeinsamkeiten und damit ungelöster Probleme, bei denen es sich lohnt, Forschungsbedarf anzumelden. Dabei zeigt sich, dass häufig verschiedene Firmen selbst schon versucht haben, eine Problemlösung zu finden, aber aus Ressourcenmangel in den individuellen Versuchen nicht weitergekommen sind. Ein klassischer Fall für die vorwettbewerblich angelegte, an Grundsatzproblemen orientierte Gemeinschaftsforschung.
Aus den verschiedenen Problemstellungen kristallisieren sich in der Regel durch das fachliche Für und Wider, die Themen heraus, die sich für die textile Gemeinschaftsforschung, eignen oder eine Kooperationen zwischen den Industriebeteiligten entstehen lassen.

Der erste Schritt ist erfahrungsgemäß immer, darüber zu reden. Damit ein derartiger Austausch auch unter Firmen funktioniert, die untereinander im Wettbewerb stehen, braucht es eine Atmosphäre des Vertrauens. Hier haben die Verbände ihre Aufgabe.

Der seit 1972 bestehende Technische Ausschuss ist in der Branche zur Institution geworden. Seine jährlichen Herbstsitzungen bieten dabei eine Möglichkeit des Perspektivwechsels für die Teilnehmer, denn sie werden immer in einem anderen Unternehmen veranstaltet. So erfahren sie, wie andere Betriebe arbeiten, was sie produzieren und wie Produktionsschritte z.B. technisch oder organisatorisch besser gelöst werden.

In der jüngsten Sitzung wurde der Forschungsbedarf für die Antragsrunde 2010 diskutiert. Darüber hinaus wurde angeregt, das bestehende Netzwerk auszubauen. Entlang der Wertschöpfungskette sollen Fachleute aus den Bereichen Maschinenbau, Spinnerei und Veredlung zukünftig einbezogen werden.