Künstlersozialabgabe: großer Verwaltungsaufwand

Gründung der Ausgleichsvereinigung befindet sich in den Startlöchern

Nach dem Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) sind Unternehmer, die künstlerische oder publizistische Werke oder Leistungen von natürlichen Personen oder Personengesellschaften in Anspruch nehmen (z.B. Homepage-Gestalter, Fotographen, etc.) zur Zahlung der sogenannten Künstlersozialabgabe verpflichtet. Dies war in der Vergangenheit wenig bekannt, da die Künstlersozialkasse die Zahlung der Abgabe bundesweit lediglich mit elf Prüfern überwachte.

Seit im Jahr 2008 die ordnungsgemäße Entrichtung der Künstlersozialabgabe von den über 3 600 Betriebsprüfern der Deutschen Rentenversicherung turnusgemäß alle vier Jahre mitgeprüft wird, ist der Bekanntheitsgrad dieser Abgabe entsprechend gestiegen. Die Unternehmen mussten zudem erkennen, wie schwer es ist zu beurteilen, wer eigentlich Künstler im Sinne des KSVG ist und für welche Rechnungsbestandteile entsprechende Abgaben abzuführen sind.

Das diesbezügliche Fachwissen kann in den einzelnen Firmen kaum vorgehalten werden, auch die weiter notwendigen Bürokratiekosten für Aufzeichnungs-, Dokumentations- und Meldepflichten stehen in keinem Verhältnis. Das Gesetz sieht aber die Möglichkeit der Schaffung einer sogenannten Ausgleichskasse vor. Die Verbände der Textil- und Bekleidungsindustrie haben sich unter der Leitung des Gesamtverbandes textil+mode entschlossen, die Gründung einer solchen Ausgleichsvereinigung voranzutreiben.

Im Rahmen einer ersten Informationsveranstaltung im Juli in Ulm wurde über die Vorteile einer Ausgleichsvereinigung informiert. Diese steht als selbständige juristische Person zwischen der Künstlersozialkasse und dem jeweiligen Unternehmen. Die Künstlersozialabgabe wird von der Ausgleichsvereinigung mittels einer jährlichen Pauschale eingezogen, sämtliche Aufzeichnungs- und Meldepflichten gegenüber der Künstlersozialkasse würden für die Unternehmen entfallen.

Sehr überzeugt hat in diesem Zusammenhang auch der Erfahrungsbericht von Horst Rühle, Vorstandsmitglied der Ausgleichsvereinigung Chemie, der auf eine jahrelange Praxis in diesem Bereich zurückblicken kann und die Vereinigung allein aufgrund des eingesparten Verwaltungsaufwandes als sinnvolles Instrument bewertet.

Voraussichtlich im September werden alle Verbandsmitglieder auf ihr Interesse hin schriftlich angefragt und der Verein "Ausgleichsvereinigung textil+mode" gegründet. Mitgliedsfirmen, die beitreten wollen, können bereits im Stadium der Vorgründungsphase durch entsprechenden Hinweis von Prüfungen bezüglich der Künstlersozialabgabe durch die Deutsche Rentenversicherung befreit werden.