Kunst & Textil in der Staatsgalerie Stuttgart

Eine Ausstellung, die einlädt, die Welt mit anderen Augen zu sehen

Der textilen Kunst gebühre "der unbedingte Vorrang, weil sie sich dadurch gleichsam als Urkunst zu erkennen gibt, dass alle anderen Künste, (…) ihre Typen und Symbole aus der textilen Kunst entlehnen." Gottfried Semper, deutscher Architekt und Kunsttheoretiker des 19. Jahrhunderts

"Das symbiotische Zusammenführen von Kunst und industrieller Textilproduktion, der Blick auf Lebens- und Alltagskultur aus der Sicht der Kunst, das fasziniert und verbindet, denn das Künstlerische selbst ist immer noch wichtige Voraussetzung zur Herstellung vieler unserer Textilprodukte. Ob durch Weben, Wirken, Stricken, Sticken oder Bedrucken: Für uns ist es essentiell, dass wir die textilen Ausdrucksmöglichkeiten wie Material, Farbe, Komposition, Haptik und Struktur, aber auch Technik, Wirkung und Wertigkeit beherrschen."

Mit diesen Worten begrüßte die Vizepräsidentin von Südwesttextil und Gesellschafterin des Heimtextilienherstellers Alfred Apelt aus Oberkirch am 20. März die zahlreichen Besucher der Ausstellungseröffnung "Kunst & Textil" in der Staatsgalerie Stuttgart.

Für sie als Textilproduzentin eröffne die Ausstellung den Blick auf die schier endlose Vielfalt der textilen Ausdrucksmöglichkeiten, auf ihre künstlerische Seele, auf ihre technische Intelligenz und - ein besonders wichtiger Aspekt - die Ausstellung mache diese hochinteressante Welt einem breiten Publikum zugänglich. Deshalb sei sie sofort vom Gegenstand der Werkschau begeistert gewesen, von den überraschenden Erkenntnissen, Gedanken und interessanten Verknüpfungen, die einen ungewöhnlichen, anderen Blickwinkel auf die Verbindung von Textil, Kunst und moderner Technik eröffneten. Und so sei es für Südwesttextil auch gar keine Frage gewesen, dieses Projekt finanziell zu unterstützen.

"Ich darf Ihnen, Frau Prof. Dr. Lange und dem Kunstmuseum Wolfsburg, sowie allen an der Ausstellung Beteiligten im Namen der Textil- und Bekleidungsindustrie zu dem Zustandekommen dieser Ausstellung gratulieren und Ihnen herzlich danken. Sie sorgen damit buchstäblich für einen wunderbaren bewegten Stoff- und Tapetenwechsel in der Stuttgarter Staatsgalerie."

Überschattet wird die Ausstellung vom Tod des "brillanten Ausstellungsmachers" Prof. Dr. Markus Brüderlins. Der Schweizer Kunsthistoriker und Direktor des Kunstmuseums Wolfsburg verstarb am 16. März mit 55 Jahren unerwartet in Frankfurt. "Die Gedanken, die man beim Durchgehen der Ausstellung hat, sind das, was auf Erden von ihm überdauern wird", sagte Prof. Dr. Christiane Lange, Direktorin der Staatsgalerie Stuttgart. "Die Ausstellung ist die beste Würdigung des Lebenswerks von Brüderlin."

Die Ausstellung ist zu sehen vom 21. März bis zum 22. Juni 2014 und wird begleitet von zahlreichen Veranstaltungen. Mehr unter http://www.staatsgalerie.de.