Lob für die Heimtextil

Leitmesse für Wohn- und Objekttextilien mit Ausstellerplus

Vom 9. bis 12. Januar waren auf der Heimtextil in Frankfurt die neuesten Trends der Branche zu sehen. Zum dritten Mal in Folge ist die Zahl der Aussteller gewachsen: 2 658 Firmen aus 62 Ländern zeigten dem Fachpublikum ihre Neuheiten rund ums textile Wohnen. Intelligente Fasern und Ökotextilien zählten zu den Highlights, die auf der Heimtextil zu bestaunen waren.

Die internationale Fachmesse gilt gleichermaßen als Konjunktur- und Trendbarometer für die Branche. Nach Messeangaben kamen wieder mehr Aussteller aus Westeuropa, auch Deutschland verzeichnete ein Plus. China und Indien, die Länder mit den meisten Ständen, haben ihr langjähriges Wachstum nicht fortgesetzt. Dass der Besucherstrom nach Frankfurt mit minus 2 Prozent nochmals leicht abgenommen hat, stört dabei nicht unbedingt. Schließlich kommt es auf die Qualität und nicht auf die Quantität der Besucher an. Nach Messe-Angaben bewerteten 80 Prozent der Aussteller ihren Auftritt auf der Heimtextil als erfolgreich.

Qualität spielt auch weiterhin beim Wohnen und Einrichten eine große Rolle, und das Thema Nachhaltigkeit rückt weiter in den Fokus. Gleichzeitig wächst die Nachfrage nach technischen Stoffen. Dazu gehören Produkte aus lichtbeständigen Garnen für den Außenbereich genauso wie täuschend echte Nachahmungen von Holz, Stein oder Leder. Entsprechend freut sich Lothar Machule, General Manager Marketing & Sales beim Oberflächenspezialisten Hornschuch, über den Messeerfolg seines Unternehmens: "Im Consumer-Bereich Home Decoration waren alle Key Accounts aus dem DIY-Handel auf unserem Stand. Daraus resultierten bereits konkrete Aufträge, die direkt auf der Messe geschrieben wurden. Auch für unseren Industrie-Bereich Interior lief die Messe sehr gut, unsere neuen Designs und Farben bei den Polsterbezugsstoffen überzeugten das Fachpublikum. Der Anteil an Exportkunden, die den Weg auf unseren Stand fanden, übertraf unsere Erwartungen."

Auch Henrike Weidmann, Geschäftsführerin des Ausrüstungsspezialisten Weidmann in Süßen, zieht eine positive Bilanz: "Für uns hat die Heimtextil als Präsentations- und Informationsplattform weiterhin einen hohen Stellenwert. Dort treffen wir alle unsere wichtigen Kunden. Diesmal konnten wir wieder interessante Neukontakte schließen, insbesondere zu Kunden im Exportbereich."

Petra Schweigert von der OBB Oberbadische Bettfedernfabrik zeigt sich ebenfalls sehr zufrieden: "Wir hatten eine gute Besucher-Frequenz und eine sehr gute Resonanz auf unseren Messestand, unsere Kollektionen, Shopsystem und unsere Neuheiten erhalten und konnten viele neue Kontakte knüpfen. Auch unser neu aufgelegtes Kinderprogramm Rosalie & Trüffel hat begeistert." Zwar sei ein Besucherminus aus dem europäischen Ausland aufgefallen. Dafür strömten mehr Gäste aus interessanten Überseemärkten nach Frankfurt. Das bestätigen auch die Veranstalter: Aus den USA und Kanada kamen mehr Besucher als im Vorjahr, ebenso aus Russland, den Emiraten und China.

An Zahlen alleine ließe sich das Messeergebnis ohnehin kaum festmachen, meint Dr. Thomas Wagner, der den Tischwäschehersteller Pichler leitet: "Fast alle unsere wichtigen Kunden waren da und wir konnten uns wieder toll präsentieren, mit entsprechender positiver Resonanz auch von Seiten der Messegesellschaft. Deutlich zulegen konnten wir diesmal bei den Neukundenkontakten."

Wie das Zukunftsinstitut des Trendforschers Matthias Horx feststellt, ist der Preis beim Kauf von Wohntextilien nicht unbedingt ausschlaggebend. Vor allem Männern ist die Qualität der Ware wichtig, Frauen legen besonderen Wert auf die "Wohlfühlatmosphäre". Ein weiteres Forschungsergebnis von Horx zugunsten neuer Einrichtungsideen: Frauen halten Männer mit Wohngeschmack für attraktiver.