Männer reden nicht nur über Akkuschrauber

Hohenstein Institute verleihen die Otto-Mecheels-Medaille an den Chef von Triumph International

Wirtschaftsprominenz und -kompetenz traf sich am 14. Juli in Bönnigheim zur zweiten Verleihung der Otto-Mecheels-Medaille. Der Leiter der Hohenstein Institute, Prof. Dr. Stefan Mecheels, überreichte in diesem Jahr die nach seinem Großvater und Institutsgründer benannte Auszeichnung an Dieter Braun, Geschäftsführender Gesellschafter der Triumph International Group, für sein Lebenswerk und das des Familienunternehmens Spiesshofer & Braun.

"Auch die Männer haben ab und zu ihre Freude an unseren Produkten – im Zusammenhang mit ihrer Partnerin", sagte Dieter Braun, der nun, als Preisträger Hanns A. Pielenz, Chef der Amann-Group, folgt.

Das Unternehmen wurde 1886 von den Familien Spiesshofer und Braun in Heubach in Baden-Württemberg gegründet und befindet sich bis heute in Familienbesitz. Die Handelsmarke Triumph wurde 1902 eingetragen und ist heute unter Triumph International ein international tätiges Wäscheunternehmen mit Konzernsitz in Bad Zurzach in der Schweiz. Das Unternehmen ist mit eigenen Tochtergesellschaften weltweit in über 120 Ländern präsent und ist mit den Marken Triumph, sloggi, BeeDees, Valisere und HOM hauptsächlich auf Lingerie sowie Tag- und Nachtwäsche spezialisiert. Die Unternehmensgruppe beschäftigt über 37 500 Mitarbeiter.

Vor den 120 Gästen im Hause der textiltechnischen Forschung und Wissenschaft erläuterte Dr. Markus H. Ostrop, Hauptgeschäftsführer Südwesttextil und Gesamtmasche, in seiner Laudatio "kundig und gekonnt" das Geheimnis von Dessous in der Beantwortung der Frage: "Funktion und Form – Symbiose und Widerspruch zugleich?".

"Dabei geht es wohlbemerkt nicht um Autos oder Akkuschrauber – wo Männer immer sachverständig mitreden können. Es geht – wie das Lebenswerk des Laureaten verrät – um die höchst sensible, intime und diffizile Beziehung zwischen dem weiblichen Selbstverständnis und der Lingerie." Es gehe um nicht weniger als um "die Perfektion in weiblicher Form".

Nach Schmerzen und Atemnot mit schweren, unhandlichen Corsagen, die nur mit Hilfe von Kammerzofen angelegt werden konnten, könnten Frauen heute aufatmen. Sie verlangen heute bequeme, schlichte Unterwäsche für den Alltag oder verführerische Spitzen-Dessous, oder BH und Miederhöschen mit leicht formendem Charakter oder moderne Shapewear: "modelliernde Wäsche", als gelungene Symbiose von Funktion und Form, von Komfort und Optik.

"Die Perfektion in weiblicher Form zu schaffen, ist nicht nur technisch, sondern auch angesichts der in dieser Entwicklung liegenden befriedigenden Wirkung für die weibliche Psyche eine wahre Heldentat", so der Laudator.