Mann, mach dich mal locker

Krawatten sind mehr als nur ein Teil des Dresscodes. Im klassischen Geschäftsleben stehen sie für Erfolg, Leistung und Prinzipien.

An heißen Tagen verwünschte aber schon so mancher Geschäftsmann diese unbequeme Etikette. Bereits das richtige Binden der Knoten ist für viele Männer ein Gräuel, doch nun kommt es noch schlimmer: Sitzt der Knoten gar zu eng, sinkt auch die Leistung am Arbeitsplatz!

Studien zufolge binden bis zu 80 Prozent der Krawattenträger den Knoten zu stramm, wodurch die Schlinge auf die empfindlichen, ableitenden Blutgefäße am Hals drückt. Dies wiederum kann zu erhöhtem Druck im Schädel führen, der sowohl das Wohlbefinden als auch die geistige Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Zudem kann sich der Augeninnendruck erhöhen - das begünstigt den Grünen Star. Vor allem an warmen Tagen und in beheizten, schlecht gelüfteten Räumen sind die Auswirkungen eines knappen Hemdkragens in Kombination mit einer zu eng gebundenen Halsbinde fatal.

In einer Pilotstudie fand ein Team von Wissenschaftlern der Hohenstein Institute heraus, dass ein zu eng gebundener Schlips die Aufmerksamkeit negativ beeinflusst. Bei einem Druck von 40-60 mmHg zwischen Haut und Hemdkragen verringerte sich die Konzentration der Probanden innerhalb einer Stunde um bis zu 70 Prozent. Dies führte sogar zu einer erhöhten Fehlerrate in computergestützten Reaktions- und Koordinationsaufgaben um bis zu 85 Prozent. Auch die Stressparameter nahmen um mehr als 25 Prozent zu. "Unsere psychophysiologischen Untersuchungsmethoden erfassen exakt die Wirkungen von falsch gewählter Kleidung auf den Menschen anhand seiner unbewussten, physiologischen Reaktionen", so Dr. Timo Hammer.

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