Naturfaser aus Brennnessel

Auf Initiative von Südwesttextil besuchte Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) Baden-Württemberg, jetzt die Mattes & Ammann GmbH & Co KG. „Marlene“ heißt das ökologisch nachhaltige Projekt des erfolgreichen Textilers aus Tieringen-Meßstetten, das die Staatssekretärin auf die Hochalb zog.

Friedlinde Gurr-Hirsch, Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) Baden-Württemberg, besuchte die Mattes & Ammann GmbH & Co KG. „Marlene“ heißt das ökologisch nachhaltige Projekt des erfolgreichen Textilers aus Tieringen-Meßstetten, das die Staatssekretärin auf die Hochalb zog.

„Marlene“ ist eine Brennnesselfaser, die das Traditionsunternehmen herstellt. Dazu werden in Eigenregie Brennnesseln anpflanzt und weiterverarbeitet. Bisher geschieht das noch in kleinem Maße, aber das Zukunftspotenzial ist groß. Christoph Larsén-Mattes führt aus, dass 2010 die Baumwollpreise am internationalen Markt exorbitant gestiegen seien und ihn und sein Team veranlassten über Alternativen nachzudenken. Und wie es sich für ein Familienunternehmen in dritter Generation gehört, sollte die Lösung zukunftsweisend, heimisch, ökologisch und ökonomisch sein. „Textil zu machen, heißt Märkte zu schaffen!“, betont Christoph Larsén-Mattes.

Peter Haas, Prof. Dr. Ralf Kindervater, Ulrike Möller, Christoph Larsén-Mattes, Alexander Möndel, Friedlinde Gurr-Hirsch und Werner Moser (v.l.n.r)
Foto: Peter Haas, Prof. Dr. Ralf Kindervater, Ulrike Möller, Christoph Larsén-Mattes, Alexander Möndel, Friedlinde Gurr-Hirsch und Werner Moser (v.l.n.r)
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Grundsätzlich werden beim Textilhersteller aus Tieringen/Meßstetten ökologische Aspekte schon lange als Baustein für ein langfristiges, erfolgreiches Wirtschaften betrachtet. Bereits seit 1995 veröffentlicht die Firma Mattes & Ammann jährlich einen Öko- und Nachhaltigkeitsbericht. Werner Moser, stellvertretender Geschäftsführer, sagt: „Hinsichtlich des nachhaltigen Technologietransfers ist Deutschland ein Entwicklungsland.“ Er verweist auf die Vorteile der Brennnessel und zeigt auf, dass im Projekt „Marlene“ die Pflanze zu nahezu 100 Prozent verwertet werden kann. Ca. 14 Prozent der Pflanze werden zur Herstellung der Faser genutzt. Die restlichen Bestandteile der Pflanze können ebenfalls genutzt werden z.B. bei der Vliesherstellung, Schäben werden zu C02 neutralen Brennstoff, Pollen und Blätter können in der Nahrungsmittel- bzw Pharmaindustrie eingesetzt werden. Zudem bindet die Brennnessel Schadstoffe im Boden.

Frau Gurr-Hirsch war sehr angetan von den Möglichkeiten der Brennnessel, aber auch von der konsequenten Herangehensweise des Unternehmens dieses Projekt als zukunftsweisendes Standbein aufzubauen.

Weiterhin beim Termin dabei: Herr Möndel (Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz), Prof. Dr. Kindervater (Landesagentur BioPro), Peter Haas (Hauptgeschäftsführer Südwesttextil) und Ulrike Möller (Netzwerkmanagement AFBW).