Gesucht, gefunden: Das Maskenkonsortium „Fight“

In Rekordzeit hat sich im „Textile Valley“ Baden-Württemberg eine Gruppe von Firmen zur Produktion von Masken nach dem FFP2 Standard zusammengeschlossen und zeigt: #textilkannviel.

Wo normalerweise elegante Damenmode, Bandagen und Orthesen entwickelt und gefertigt werden, wurde schnell umgedacht und für die Versorgung medizinischer Masken gesorgt.
Foto: Wo normalerweise elegante Damenmode, Bandagen und Orthesen entwickelt und gefertigt werden, wurde schnell umgedacht und für die Versorgung medizinischer Masken gesorgt.
© Sporlastic

Ab Mitte März herrschte mit Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland Ausnahmezustand – so auch bei der Hauber-Gruppe mit der Modemarke Luisa Cerano und Sporlastic, dem Spezialisten für orthopädische Bandagen und Orthesen. Das vielseitige und traditionsreiche Familienunternehmen aus Nürtingen, in der fünften Generation geführt von den beiden Brüdern Jürgen und Walter Michael Leuthe, reagierte als eine der ersten Textilfirmen auf die Versorgungsnot im Bereich der Schutztextilien. Gemeinsam mit der Schweizer Textil-Unternehmensberatung Gherzi, der RKW Group in Gronau, dem Anlagenspezialist Reifenhäuser Reicofil und weiteren Partnern gelang es dem Federführer Sporlastic, in Rekordzeit eine europäische Produktion für Pandemieschutzmaske CV-19 nach dem FFP2 Standard (in Anlehnung an EN 149) ins Leben zu rufen. Das Konsortium „Fight – Covid 19“ war geboren, mit dem Ziel, nicht nur den akuten Mangel an Masken zu lindern, sondern eine europäische Lieferkette aufzubauen, die auch über die Pandemiewelle hinaus Bestand hat.

Im Sewing Technology Center der AMANN Group in Bönnigheim wurden die Kompetenzen schnell für die Unterstützung des Konsortiums genutzt.
Foto: Im Sewing Technology Center der AMANN Group in Bönnigheim wurden die Kompetenzen schnell für die Unterstützung des Konsortiums genutzt.
© AMANN Group

Nur zwei Wochen dauerte es von der Idee bis zur Zertifizierung des fertigen Produktes. Bereits Anfang April lief die Produktion an und versorgte schnell umliegende Krankenhäuser und das Land Baden-Württemberg als Erstkunden. Neben dem richtigen Filtermaterial war der Flaschenhals für eine ausreichende Versorgung die begrenzte Nähkapazität. Hier dachte Sporlastic sofort an seine bestehenden Kunden, initiierte gemeinsam mit dem BIV-OT die Kampagne „Wir nähen für Deutschland“ und bot Sanitätshäusern und orthopädie-technischen Betrieben zertifizierte Masken-Nähsets an.

„Es ist absolut faszinierend, welche Kräfte und welchen Zusammenhalt diese Krise erzeugt. Wir sind stolz auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir sind begeistert von der Kooperations- und Hilfsbereitschaft unserer Partnerunternehmen.“

Walter Michael Leuthe, Geschäftsführender Gesellschafter Hauber Gruppe

Südwesttextil unterstützte den Aufbau durch das Netzwerk im Textile Valley – so stellt die Initiative in der Verbandsgeschichte eine einzigartige Kooperation verschiedener Akteure dar. Die Maryan Beachwear Group in Murg, die AMANN Group in Bönnigheim und die Schiesser AG in Radolfzell – sie alle haben ihre Konfektionsplätze zur Verfügung gestellt und in der Zusammenarbeit dafür gesorgt, dass die Versorgung sichergestellt wurde, als die Not am größten war. Diese Solidarität unter den Herstellern, die Konkurrenz- und Branchengrenzen fallen lässt, und vor allem die Kreativität und die Agilität der Entwicklungsabteilung in Nürtingen, ließen ganz Deutschland staunend ins Land der Tüftler nach Baden-Württemberg blicken.