MINT-Lücken auf Rekordhoch

Im Auftrag der BDA, des BDI und weiteren Partnern erstellt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln halbjährlich im Frühjahr und Herbst ein MINT-Reporting zu Angebot und Nachfrage auf dem MINT-Arbeitsmarkt sowie Kennzahlen zur MINT-Bildung. Mitte November wurde der MINT-Herbstreport 2017 im Rahmen einer Pressekonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt.

Mit 290 900 fehlenden Fachkräften erreicht die MINT-Lücke einen neuen Rekordstand. Gegenüber dem Vorjahresmonat stieg sie um 42,9 Prozent an. Der Anteil der nicht-akademischen Berufskategorien innerhalb der Lücke stieg in den letzten Jahren kontinuierlich und beträgt inzwischen 66 Prozent. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass nur noch ein Drittel der Lücke auf den akademischen Bereich entfällt. Die zahlreichen auch wirtschaftsseitigen MINT-Initiativen haben in der Vergangenheit für eine deutliche Erhöhung der MINT-Studierendenzahl und perspektivisch damit auch der Absolventenzahl gesorgt.

Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln stellte fest, dass „die Zuwanderung seit Ende 2012 in starkem Maße zur MINT-Fachkräftesicherung beigetragen hat. Ohne das hohe Beschäftigungswachstum unter Ausländern in den MINT-Berufen würden heute zusätzlich 118 100 MINT-Kräfte fehlen. Erste Erfolge zeigen sich dabei auch bei der Zuwanderung von Akademikern aus Drittstaaten. Um langfristig den Beitrag der Zuwanderer zur Fachkräftesicherung zu stärken, sollte ein Einwanderungsgesetz die Regeln transparenter gestalten und Möglichkeiten zur potenzialorientierten Zuwanderung verbessern.“

Die Ausländeranteile bei den MINT-Beschäftigten unterscheiden sich in den Bundesländern erheblich z. B. Baden-Württemberg: 12,3 Prozent und Sachsen-Anhalt: 2,3 Prozent.

Die gesamte Studie kann als pdf-Datei heruntergeladen werden.