Mit textiler Ausbildung fit für die Zukunft

Gatex ermöglicht an- und ungelernten Arbeitnehmern einen Berufsabschluss

Einen Grund zum Feiern hatten am Valentinstag acht frisch gebackene Maschinen- und Anlagenführer der Fachrichtung Textilveredlung: Sie erhielten feierlich in der Gemeinschaftsausbildungsstätte der Textilindustrie (Gatex) in Bad Säckingen ihren IHK Facharbeiterbrief.

"Dies ist auch für uns ein besonders Ereignis", betont Gatex-Ausbildungsleiter Ingo Kiefer. Denn die Absolventen seien nicht die jungen Azubis, die üblicherweise die Gatex besuchten. Diese neuen Facharbeiter seien ältere an- und ungelernte Arbeitskräfte, die im Rahmen des von der Bundesagentur für Arbeit initiierten Sonderprogramms "Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen" (WeGebAU), die Prüfungen für einen qualifizierten Berufsabschluss geschafft hätten, so Kiefer.

Das von der Arbeitsagentur Anfang 2007 aufgelegte Programm verfolgt einen präventiven Ansatz, denn es werden Arbeitnehmer gefördert, die zwar einen Arbeitsplatz haben, sich aber durch Qualifikation und Weiterbildung vor möglicher Arbeitslosigkeit schützen können.

Für die Gatex ist dies seit 2008 das vierte WeGebAU-Projekt in Zusammenarbeit mit der Gewerbe Akademie der Handwerkskammer Freiburg. Das fünfte Projekt läuft bereits. Die Textilunternehmen Lauffenmühle, Technische Textilien Lörrach und Textilveredlung an der Wiese, die diese verkürzte Ausbildung ihren Mitarbeitern angeboten haben, kennen die Qualitäten der Gatex, schicken sie doch seit Jahren ihre Auszubildenden in das überbetriebliche Aus- und Weiterbildungszentrum. Und sie wurden auch dieses Mal für ihre Qualifizierungsbereitschaft mit guten Ergebnissen ihrer motivierten Mitarbeiter belohnt.

Im Dezember 2010 startete diese einjährige Ausbildung zum Maschinen- und Anlageführer und einmal pro Woche wurden die neuen "Azubis" in 370 Fachunterrichtsstunden und 70 Stunden Wirtschafts- und Sozialkunde sowie einer Einführung in das Lernen an ihr Ziel - die IHK Abschlussprüfung - herangeführt. Die Unternehmen erhielten während dieser Zeit 80 Prozent des Arbeitsentgelts erstattet. Die Lehrgangskosten konnten von den Teilnehmern mit einem Bildungsgutschein bezahlt werden, den ihnen die Arbeitsagentur spendierte.

"Wir freuen uns, dass wir in unserem modernen Technikum älteren und geringqualifizierten Arbeitnehmern die Möglichkeit bieten können, Teilqualifikationen zu erwerben oder fehlende Berufsabschlüsse nachzuholen", erklärt Ausbildungsleiter Ingo Kiefer. Diese Weiterbildungsinitiative der Arbeitsagentur sei ein hervorragendes Instrument, um dem Fachkräftemangel in der Textilindustrie zu begegnen.