Münchner Flirt-Offensive

Optimismus und Besucherplus auf der Munich Fabric Start

In strahlend frisches Gelb getaucht öffnete die Munich Fabric Start vom 31. Januar bis 2. Februar zum 32. Mal ihre Tore. Rund 800 Aussteller aus 36 Ländern zeigten auf 50 000 Quadratmetern ihre Kollektionen für die Sommersaison 2013. Die leuchtende Farbe und das diesjährige Motto "Flirt" waren Sinnbild für die gute Stimmung auf der Stoff- und Zutatenmessen.

Knapp 18 000 Besucher strömten bei klirrender Kälte in die Messehallen des Münchner M,O,C, – 4 Prozent mehr als im letzten Jahr. Die meisten Aussteller waren zufrieden mit der Qualität der Fachbesucher sowie der zunehmenden Internationalität der angesehenen Branchenplattform. München ist zum Pflichttermin avanciert: "Man muss einfach hier sein", bestätigte nicht nur Ernst Volgmann von der Amann Group, die Konfektionären Anregungen gab, welche Raffinessen durch Nähgarn möglich sind, und ein Elastiknähgarn präsentierte, "das einfach alles mitmacht".

Beim Wettbewerber Coats berichtete Vertriebschef Michael Pegg: "Wir wollen hier zeigen, was wir technologisch draufhaben" – selbst wenn sich viele Kunden Hightech-Produkte wie das neue "fusion braid" nicht unbedingt leisten können. Das innovative Garn wird durch das Verflechten von Polyester-Nähfäden und einem Polyamid-Monofilament mit niedrigem Schmelzpunkt hergestellt. Der Effekt: Säume bleiben auch bei hoher Belastung intakt, Knöpfe halten bombenfest.

Dabeisein ist zwar noch lange nicht alles, "aber es wird von unseren Kunden einfach erwartet, dass wir in München sind", meinten Frank und Oliver Weinmann von Glücksband, die, unbeeindruckt vom allgemeinen Krisengeraune, positiv ins neue Geschäftsjahr gestartet sind. Zufrieden zeigen sich auch die Wettbewerber vom Label-Spezialisten gebe textil, vor dessen kleinem Stand man fast Schlange stehen musste. Beim Veredler Ploucquet verfiel man angesichts der verhaltenen Stimmung im Handel zwar nicht unbedingt in Euphorie, doch der deutsche Marktführer bei Futterstoffen sieht sich "international gut aufgestellt", wie Key Account Manager Erik Offermann unterstrich.

Auch bei den Maschenstoffen kam keine Langeweile auf: Hohe Kundenfrequenz ließ bei Händel & Diller wie bei Faiss kaum Zeit für Verschnaufpausen. Nachhaltigkeit war wieder ein beherrschendes Thema in München: Das Forum "Organicselection" präsentierte 500 zertifizierte Stoffe der Aussteller – 100 mehr als im Vorjahr. Hochzufrieden zeigte man sich beim Maschenstoffhersteller Maute + Renz, der bei seinen modischen Stoffen auf Ökologie setzt. "An allen Messetagen wurde sehr viel gemustert", berichtete Linda Renz. "Wir besetzen die Öko-Nische erfolgreich und bieten attraktive Preismodelle auch für kleinere Kunden und Newcomer." Auf die Frage, ob das den Aufwand denn wirklich lohne, antwortete sie lachend: "Irgendwer muss Deutschland schließlich retten."

Foto: Munic Fabric Start