Nach Öl kommt Textil

Veranstaltung der Verbände Südwesttextil und Gesamtmasche präsentiert Geschäftschancen in den GCC-Staaten

Geschäftsmöglichkeiten, Rahmenbedingungen und Marktentwicklung am Golf – zu diesem Thema luden Südwesttextil und Gesamtmasche mit der AHK-Arbeitsgemeinschaft Middle East and North Africa am 6. November 2014 ins Stuttgarter Haus der Wirtschaft ein. Über 30 Unternehmensvertreter der Leitungsebene nutzten die Gelegenheit, sich über die Chancen in den prosperierenden Märkten der Golfregion zu informieren und sich mit erfahrenen Länderexperten auszutauschen. „Von dem Knowhow profitieren wir und können viel Neues mit nach Hause nehmen“, lobte Ottmar Ihling, Geschäftsführer der Alfred Apelt GmbH insbesondere die Expertise der Auslandshandelskammern, deren Vertreter durch langjährige Erfahrung vor Ort sehr praxisnahe Einblicke geben konnten.

Die Länder des „Gulf Cooperation Council“ (GCC) – Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate (VAE), Bahrain, Katar, Kuwait und Oman – mit einer Gesamtbevölkerung von rund 45 Millionen bilden eine der wohlhabendsten Regionen der Welt. Schließlich steht der Staatenbund für ca. zwei Drittel des Öls im gesamten Nahen und Mittleren Osten. Auch wenn davon nicht alle Einwohner gleichermaßen profitieren, kann sich eine breite Mittelschicht einen hohen, teils sogar luxuriösen Lebensstandard leisten. Mode und Marken aus dem Westen stehen dabei hoch im Kurs. Saudi-Arabien und die VAE gehören bereits heute zu den größten Modemärkten der Welt. Bei den Ausgaben für Bekleidung pro Kopf belegen die VAE bereits Platz 2 der Weltrangliste und werden bald an die Spitze aufrücken.

Neben Mode werden auch technische Textilien und Schutzausrüstungen nachgefragt. „Projekte wie der Ausbau des Schienennetzes, die auch im Sommer bei Temperaturen bis zu 50°C vorangetrieben werden, stimulieren die Nachfrage nach Spezialbekleidung“, sagt Muzainah Hamerneh von der AHK VAE. Die Expo 2020 verleihe dem Hotellerie-Sektor Schub, zudem boomten Outdoor- Sportarten. Die Rolle der VAE als Trade Hub für die gesamte Region bestätigt Sanjeev Grewal, Vertriebsleiter Middle East bei der Amann Gruppe: „Nur wenige Kilometer entfernt liegt der Iran mit 80 Millionen Einwohnern. Dort sind Markenprodukte und hochwertige Vormaterialien gefragt.“

Fehmi Chama vertritt mit seiner Agentur über 50 deutsche Marken in den VAE. Deutsche Lieferanten könnten mit Vorzügen punkten: „Wir liefern hochwertige Ware, und zwar pünktlich, komplett und mustergetreu. Wir kennen uns mit Schnittführung aus, bieten Zwischen- und große Größen.“

„Billig ist nicht unsere Stärke. Betonen Sie stets Qualitätsaspekte“, rät Mark Potstada, der mehrere Jahre für die AHK in Riad gearbeitet hat. „Das Feilschen um den besten Preis gehört, so reich man auch sein mag, zur Kultur.“ Das Wichtigste aber, da sind sich alle Experten einig: „Nehmen Sie sich Zeit für persönliche Kontakte. Gespräche und Besuche lassen sich durch Schriftverkehr niemals ersetzen.“

„Eine informative und gelungene Veranstaltung“

Martina Bandte, Gesamtmasche-Präsidentin und Ulrich Conzelmann von Nina von C.