Nachwuchs - das Kapital der Unternehmen

Erste textile Bildungstagung in Berlin

Unter dem Motto "Wie kann der Nachwuchs für die Textil- und Modeindustrie gesichert werden?" trafen sich Mitte Oktober in Berlin Verantwortliche für die Aus- und Weiterbildung aus den Landesverbänden, aus Unternehmen und Bildungseinrichtungen. Ziel der vom Gesamtverband textil+mode veranstalteten Tagung war die Formulierung eines Bildungsleitfadens für die Branche.

In zahlreichen Workshops wurden die relevanten Punkte rund um die Nachwuchssicherung herausgearbeitet. Höhepunkt des Tages war eine Podiumsdiskussion zu diesem Thema: Neben Oskar Vogel, dem stellvertretenden Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands textil+mode, diskutierten unter der Leitung von Monica von Wysocki vom Handelsblatt, Maren Baldeweg – Schulleiterin Oberstufenzentrum Bekleidung und Mode, Berlin, Prof. Rudolf Haug – Dekan des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik, Hochschule Niederrhein, Mönchengladbach, Nina Eberlein – Head of Strategic Training & Development, Hugo Boss, Metzingen, Karin Maisch – Leiterin Personalentwicklung, Schmitz Werke, Emsdetten, und Arno Leskien – Ministerium für Bildung und Forschung, Bonn.

Die Nachwuchssicherung ist nach Ansicht von Arno Leskien eine der wichtigsten Maßnahmen für die Zukunft eines Unternehmens. Um gute Jugendliche für eine Ausbildung zu gewinnen, sei es wichtig, Zusatzangebote während der Ausbildung anzubieten. Er verwies dabei auf die Internetseite "Ausbildung Plus" (http://www.ausbildungplus.de) des Ministeriums. Außerdem sei es wichtig, Wege der Qualifizierung aufzuzeigen. Vor dem demografischen Hintergrund wäre es aber genauso wichtig, dass sich die Unternehmen mit der Gruppe der gering qualifizierten Jugendlichen befassen.

Nina Eberlein befürwortete gemeinsame Aktivitäten der Unternehmen sowie den Aufbau von Netzwerken zum Austausch von Ideen. Diese Plattformen sollten die Unternehmen in ihrer Arbeit unterstützen und ihnen Innovationen liefern, dass diese noch kreativer und zielgerichteter erfolgen kann. Wichtig bei der Diskussion um die Nachwuchssicherung sei es aber auch, die Erwartungen, die die Jugendlichen an die Textilbranche haben, zu berücksichtigen. Entscheidend seien dabei die Kommunikationswege der jungen Menschen. Die Branche müsse noch stärker als bisher die durch Web 2.0 geschaffenen Möglichkeiten zur Nachwuchswerbung und Qualitätssicherung nutzen.

Die Ergebnisse der Tagung werden nun von den Bildungsreferenten der Verbände ausgearbeitet. Alle Teilnehmer waren sich einig: Der mit dieser Auftaktveranstaltung begonnene Meinungsaustausch soll fortgesetzt werden.