Netzwerken für eine bessere Zukunft

Rund 70 Vertreter aus Politik und Wirtschaft kamen Ende Januar auf Einladung des Center for European Trainees in der Robert Bosch Stiftung zusammen, um sich im Kampf gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit in Südeuropa besser zu vernetzen.

CET - Center for European Trainers
Foto: © CET - Center for European Trainers

Das beim Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft angesiedelte Center for European Trainees (CET) wurde mit Unterstützung der Robert Bosch Stiftung und Kofinanzierung der Arbeitgeber Baden-Württemberg im Juni 2014 eingerichtet, um Jugendliche aus Südeuropa und Unternehmen aus Baden Württemberg beim Thema berufliche Mobilität zu unterstützen.

„Der Abbau der hohen Jugendarbeitslosigkeit ist ein gemeinsames europäisches Ziel."

Klaus-Peter Murawski, Chef der Staatskanzlei im Staatsministerium Baden-Württemberg

Erste Erfolge zeigen, dass die zentrale Servicestelle an der richtigen Stelle ansetzt. Immer mehr junge Menschen aus Krisenländern suchen derzeit nach einer beruflichen Perspektive im Ausland. Deutsche Unternehmen bemühen sich verstärkt um Nachwuchsfachkräfte aus Südeuropa. Mit einem ersten Projekt bringt das CET jetzt 60 spanische Jugendliche nach Baden-Württemberg. Vielen hat das CET im Vorfeld Praktikumsplätze vermittelt, bevor die Jugendlichen im September ihre Ausbildung beginnen. Bislang haben über 30 lokale Unternehmen Interesse signalisiert, Jugendliche aus Südeuropa auszubilden. Auch in Italien und Spanien konnte das CET wichtige Kontakte zu Arbeitgeberverbänden und den Bildungsministerien aufbauen.

„Der Abbau der hohen Jugendarbeitslosigkeit ist ein gemeinsames europäisches Ziel. Das duale System der Berufsbildung kann einen Beitrag zur nachhaltigen Beschäftigungsfähigkeit der jungen Generation in Südeuropa leisten. Dank der erworbenen praktischen Kenntnisse wird den Jugendlichen ein besserer Einstieg in den Arbeitsmarkt ermöglicht“, sagte Staatssekretär und Chef der Staatskanzlei im Staatsministerium Baden-Württemberg Klaus-Peter Murawski bei der Veranstaltung.

„Immer mehr Unternehmen setzen auf den Erfolg eines internationalen Fachkräftenachwuchses und bilden Jugendliche aus Südeuropa in ihren Betrieben aus“, sagte Stefan Küpper, Geschäftsführer der Arbeitgeber Baden-Württemberg und des Bildungswerks. „Gleichzeitig ermöglichen die Betriebe jungen Menschen aus Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit nachhaltige Beschäftigungschancen und fördern die Mobilität innerhalb Europas“, so Küpper.

„Die Landesregierung begrüßt diese Initiative ausdrücklich, da sie genau an der richtigen Stelle ansetzt“, so Staatssekretär Murawski. Drei Projektleiterinnen, die über interkulturelles und länderspezifisches Fachwissen verfügen, beraten Jugendliche sowie Unternehmen, Wirtschaftsorganisationen und Bildungsinstitutionen in Deutschland, Italien und Spanien und bieten eine Plattform zum Informationsaustausch, erklärte Küpper. Ziel sei, das Wissen und die Erfahrungen der einzelnen Akteure zu bündeln und inner- und außerhalb Baden-Württembergs Transparenz zu schaffen.