Österreichs Textilbranche schafft die Trendwende

Besonders Spinner und Weber legen zu

Nach massiven Einbrüchen von bis zu 20 Prozent im vergangenen Jahr geht es in Österreichs Textilbranche wieder aufwärts. „Die Textil- und Schuhindustrie schaffen die Trendwende und steuern in ein ruhigeres Fahrwasser, die Bekleidungsindustrie ist weiter auf Kurs“, erklärt Reinhard Backhausen, Präsident des neuen Fachverbands Textil-, Bekleidung-, Schuh und Lederindustrie (TBSL). Der Umsatz der Textilindustrie ist im ersten Halbjahr um acht Prozent auf 1,1 Mrd. Euro gewachsen. Die Exporte stiegen um sieben Prozent auf 714 Mill. Euro. Die Ausfuhren nach Deutschland erhöhten sich um 11,2 Prozent, die Einfuhren um rund 18 Prozent.
Besonders kräftige Umsatzzuwächse gab es bei den Spinnereien mit einem Plus von 12,7 Prozent und bei den Webereien mit plus 19 Prozent.

„Für Auftragszuwächse sorgten die im vergangenen Jahr geleerten Lager der Kunden, die nun wieder aufgefüllt wurden“, so Backhausen. Auch die Unsicherheit durch steigende Lohnkosten in China und Turbulenzen bei den Arbeitsverhältnissen in Niedriglohnländern hätten zur Rückführung von Produktionen nach Europa geführt.

Die Bekleidungsindustrie steigerte ihre Erlöse in der ersten Jahreshälfte um 3,4 Prozent auf 550 Mill. Euro. „Wir erwarten, dass die Umsätze im Bekleidungshandel in wichtigen Märkten wie Deutschland und Österreich eine weiter steigende Nachfrage nach sich ziehen werden“, erklärt Franz J. Pitnik, Geschäftsführer des TBSL. Von Januar bis Ende Juni verkauften die Konfektionäre 4,7 Prozent mehr an die deutschen Nachbarn und importierten von ihnen 11,2 Prozent mehr. Der neu organisierte Verband repräsentiert 550 Unternehmen mit 24?000 Beschäftigten und rund 4 Mrd. Euro Umsatz.