Paul-Schlack-Preis 2010

Stefan Schindler vom ITV Denkendorf entwickelt ein wirtschaftliches Herstellungsverfahren

Im Rahmen der 49. Chemiefasertagung Dornbirn wurde der renommierte Paul-Schlack-Chemiefaserpreis am 15. September an Dr. Stefan Schindler vom ITV Denkendorf verliehen. Mit dem Preis zeichnet die European Man-Made Fibres Association alljährlich herausragende Arbeiten und Entwicklungen in der Chemiefaserbranche aus. Schindler erhält den mit 5?000 Euro dotierten Preis für seine am ITV Denkendorf von Prof. Dr. Heinrich Planck betreute Dissertation zum Thema "Entwicklung und Aufbau eines Herstellungsverfahrens für Polyester-Filamentgarne mit unterschiedlichem Schrumpf- bzw. Längungsverhalten".

Er entwickelte ein wirtschaftliches Herstellungsverfahren für Differenzialschrumpf-Längungsgarne (DSE-Garne) mit hohem Längungspotenzial. Es gelang ihm, auf der Basis von Polyester-POY das Längungspotenzial im Vergleich zu den bisherigen Verfahren um das dreifache auf mindestens 15 Prozent zu erhöhen und die Aufspulgeschwindigkeit auf 600-800m/min zu verdoppeln.
Die mit dem patentierten Verfahren hergestellten Garne erlauben eine effiziente, störungsfreie Verarbeitung in der Weberei und bieten nicht nur ein breites Einsatzspektrum sondern auch die Möglichkeit, Funktionalitäten nach Maß zu schaffen. So kann mit Geweben aus DSE-Garnen die Optik, Haptik und der Tragekomfort von Stoffen aus Naturfasern imitiert werden.

Wildlederimitationen, samtartige Strukturen sowie Materialien mit innovativen Funktionen sind ebenso realisierbar. Es ist eine marktreife Entwicklung entstanden, die zwei Garnhersteller bereits aufgegriffen haben. Sie produzieren die vom ITV Denkendorf mit dem Markennamen atmofil® geschützen Garne bereits für den Weltmarkt. Einsatzgebiete von atmofil® sind pflegeleichte, waschbare Businesskleidungen für Damen und Herren wie Hemden, Blusen, Herrenanzüge und -hosen, Damenoberbekleidung, Sportbekleidungen aber auch technische Textilien.