Präferenzzölle richtig nutzen

Um die Nutzung von Zollvorteilen im Rahmen der EU-Freihandelsbeziehungen ging es beim Seminar "Warenursprung und Präferenzen" am 20. März in Filderstadt, zu dem Gesamtmasche und Südwesttextil eingeladen hatten.

Die Europäische Union hat mit zahlreichen Ländern Präferenzabkommen abgeschlossen und macht vielen Staaten einseitige Zollzugeständnisse. Diese Vergünstigungen erleichtern den Marktzugang und senken die Kosten bei der Beschaffung und Lohnfertigung. Aufgrund hoher Drittlandszölle auf textile Fertigwaren gehört die Textil- und Bekleidungsbranche zu den intensiven Nutzern dieser Abkommen.

Das Netz der Freihandelsbeziehungen wird immer engmaschiger: Jedes Jahr schließt die EU mit weiteren Partnern weltweit Freihandelsverträge ab. Damit wächst die Zahl der Warenverkehre, die von Präferenzzöllen profitieren können. "Die Zollvorteile können sehr attraktiv sein. Allerdings hat die zunehmende Zahl der Vereinbarungen das Regelwerk inzwischen sehr komplex werden lassen. Die Ausstellung von Lieferantenerklärungen ist buchstäblich zur Wissenschaft geworden", stellt Referentin Silvia Jungbauer fest.

Ein entsprechend herausforderndes Tagesprogramm hatten die Teilnehmer zu absolvieren. Im Seminarteil am Vormittag konnten sie sich das Handwerkszeug zum Ausschöpfen von Zollvorteilen und zur korrekten Ausstellung von Ursprungsnachweisen aneignen. Im anschließenden Workshop wurde die Anwendung von Präferenzen anhand praktischer Beispiele diskutiert. Außerdem gab es ein Update zu aktuellen Entwicklungen und einen Ausblick auf 2014. Insbesondere das neue Präferenzschema für Entwicklungsländer bringt einige Veränderungen mit sich. "Die zuständigen Mitarbeiter benötigen ein immer umfangreicheres Fachwissen", betont Jungbauer. Sie rät dazu, das Thema ernst zu nehmen. Immerhin ist der Präferenzursprung bares Geld wert und dazuhin ein wichtiges Verkaufsargument. Wenn beim Nachweis des Ursprungs jedoch Fehler unterlaufen, kann das unangenehme rechtliche Folgen nach sich ziehen.