proazubi200 plus

Ausbildungsinitiative von Südwesttextil

Ein Ergebnis, das sich sehen lässt: 254 neue Ausbildungsplätze in fünf Jahren ist die Bilanz der erfolgreichen Ausbildungsinitiative von Südwesttextil. Und es sollen noch mehr werden: Für das kommende Ausbildungsjahr will der Verband weitere 80 Ausbildungsplätze fördern.

"Nur mit gut ausgebildeten Fachkräften können wir neue Ideen entwickeln und hochwertige Produkte anbieten, die uns im harten globalen Wettbewerb Marktchancen sichern" sagte Südwesttextil-Präsident Moll anlässlich der Verlängerung der Ausbildungsinitiative auf der Vorstandssitzung des Verbandes am 26. Februar in Ludwigsburg.

Der Fachkräftebedarf entwickelt sich bereits in vielen Bereichen der Wirtschaft zur Wachstums- und Innovationsbremse. Zurückgehende Schülerzahlen werden diese Entwicklung noch verstärken. Aus diesem Grund will Südwesttextil seine Mitgliedsunternehmen bei der Einstellung von Auszubildenden weiter unterstützen.

Unter dem Motto proazubi200 plus erhalten die Mitglieder für die Einstellung zusätzlicher Nachwuchskräfte für die Dauer der Ausbildung einen finanziellen Zuschuss zu den Ausbildungskosten in Höhe von monatlich 300 Euro. Voraussetzung ist, dass die Zahl der Auszubildenden im neuen Ausbildungsjahr über dem Ausbildungsjahr 2007/08 liegt.

Unternehmen, die die Förderung in Anspruch nehmen, müssen ihre Mitgliedschaft bei Südwesttextil nach Ablauf der Förderperiode noch mindestens drei Jahre aufrechterhalten. Förderfähig sind grundsätzlich alle Ausbildungsverhältnisse (gewerblich-technische, kaufmännische, Berufskolleg, Berufsakademie). Anträge können bereits jetzt beim Verband eingereicht werden.

Unterstützung bei der Ausbildung leistet auch die Gatex als überbetriebliche Gemeinschaftsausbildungsstätte in Bad Säckingen. Hier können Auszubildende über den betrieblichen Tellerrand hinausblicken und im dortigen Technikum den gesamten textilen Produktionsprozess praxisnah erlernen. Damit können die Betriebe den praktischen Ausbildungsteil an die Gatex delegieren und erhalten überdurchschnittlich qualifizierte Fachkräfte zurück.

Mit dem Ausbildungsbonus steht nach wie vor auch ein öffentliches Förderprogramm zur Verfügung. Danach erhalten diejenigen Betriebe einen Ausbildungsbonus von bis zu 6 000 Euro, die so genannte Altbewerber einstellen. Gefördert werden Ausbildungsverträge, die zwischen dem 1. Juli 2008 und dem 31. Dezember 2010 beginnen.

Wie aus einer aktuellen Umfrage des BIBB hervorgeht, haben bisher nur zwei Prozent der Unternehmen diesen Bonus genutzt, weshalb aus dem 450 Millionen-Programm erhebliche Mittel brach liegen. Deshalb sind gegenüber der ursprünglichen Vorgabe zusätzliche Förderkreise möglich.

Im Wege der Ermessenleistung kann der Ausbildungsbonus auch für Altbewerber mit mittlerem Schulabschluss, im Einzelfall auch mit Fachhochschulreife oder Abitur gezahlt werden, wenn sich diese bereits seit mehr als zwei Jahren erfolglos um eine berufliche Ausbildung bemüht haben. Außerdem können Unternehmen in der Regel einen Ausbildungsbonus erhalten, wenn sie Auszubildende, die ihren Ausbildungsplatz wegen Insolvenz eines anderen Unternehmens verloren haben, zusätzlich ausbilden.