Problemlöser mit Sozialkompetenz gesucht

IW-Studie zur Zufriedenheit der Unternehmen mit Bachelorabsolventen

Eine aktuelle Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IWStudie) zeigt: Die Unternehmen sind mit den Kompetenzen ihrer neu eingestellten Bachelorabsolventen überwiegend zufrieden. Bemängelt wird – wie schon in der Vergangenheit – vor allem mangelnde Problemlösungsfähigkeit. Die IW-Studie "Bewertung der Kompetenzen von Bachelorabsolventen und personalwirtschaftliche Konsequenzen der Unternehmen" ist eine Sonderauswertung.

Laut der Studie sollen Hochschulabsolventen vor allem in der Lage sein, sich schnell neues Wissen und neue Fachgebiete zu erschließen und ihr vorhandenes Wissen auf neue Probleme anzuwenden. Über 95 Prozent aller Unternehmen geben an, dass diese Kompetenzen aus ihrer Sicht wichtig oder sogar sehr wichtig sind. Spezielles Fachwissen sowie die Kenntnis wissenschaftlicher Methoden spielen zwar auch eine Rolle, sind aber für weit weniger Unternehmen relevant.

Die Sozialkompetenzen – insbesondere Selbstständigkeit, Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit, Problemlösungskompetenz und Flexibilität – werden von beinahe allen Unternehmen als zentral eingestuft. Insgesamt sind die Unternehmen zufrieden mit ihren neu eingestellten Bachelorabsolventen. Vier von fünf Arbeitgebern geben an, Mitarbeiter mit Bachelorabschluss würden sich gut in neue Fachgebiete einarbeiten und verfügten über ausreichende Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit. In puncto Selbstständigkeit und Flexibilität, Grundlagenwissen, Selbstkompetenz und Analysefähigkeit äußern über zwei Drittel der Unternehmen Zufriedenheit.

Weniger günstig fällt die Beurteilung der Problemlösungsfähigkeit aus. Gerade im Hinblick auf die große Bedeutung dieser Kompetenz für die Unternehmen können die wahrgenommenen Fähigkeiten noch nicht überzeugen: Über 20 Prozent der Unternehmen beurteilen die Ausprägung der Problemlösungsfähigkeit bei Bachelorabsolventen wesentlich geringer, als dies in Anbetracht ihrer Bedeutung erforderlich wäre.

Um eine Verbesserung zu erreichen, muss die inhaltliche Reform der Curricula im Zuge der Bologna-Reform noch stärker dafür genutzt werden, die für den Arbeitsmarkt wie auch für wissenschaftliche Tätigkeiten zentrale Problemlösungskompetenz stärker im Studienprogramm zu verankern. Dies könnte gerade durch die Verknüpfung wissenschaftlicher Inhalte mit Problemen der beruflichen Praxis gelingen.