Produktpiraterie - nein danke

Verbände organisieren Musterschutzgemeinschaft neu

Der Schutz des geistigen Eigentums wird in der globalisierten textilen Welt zunehmend gering geschätzt. Ideen und Wissen, das einfließt in Patente, Marken und Design sind für die Textil- und Bekleidungsindustrie aber von zentraler Bedeutung. Siehe hierzu auch Bericht "Der Fälschermafia auf der Spur".

Deshalb ist es eine Aufgabe der Verbände, dafür zu sorgen, dass ihre Mitgliedsunternehmen nicht um den Lohn ihrer Forschung, ihrer Investitionen und ihres Marketings gebracht werden.
Diese Aufgabe erfüllt im Bereich der Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit im Auftrag aller textilen Verbände der Gesamtverband textil+mode in Berlin. Er setzt sich dafür ein, dass innovative Ideen und kreative Leistungen als wertvolle Ressourcen gesichert werden und sorgt damit für eine Bewusstseinsstärkung bei Industrie und Verbrauchern hinsichtlich der Bedeutung des geistigen Eigentums.
Um den Unternehmen darüber hinaus aber die Möglichkeit zu geben, erlittene Rechtsverstöße konkret und effektiv zu verfolgen, ohne selbst in jedem Einzelfall als Kläger auftreten zu müssen, haben sich einige namhafte Verbände – der IVGT, Gesamtmasche, der TVI-Verband, der Verband der bayerischen Textil- und Bekleidungsindustrie sowie Südwesttextil – dazu entschlossen, die bestehende Schutzgemeinschaft Muster und Modelle wiederzubeleben.

Die Schutzgemeinschaft wurde im Jahr 1972 von den Textilverbänden als rechtlich selbstständig eingetragener Verein gegründet mit dem klaren Ziel, für ihre Mitglieder ein schlagkräftiges Instrument zur Bekämpfung der Produktpiraterie zu installieren.
Bis Ende der 90er-Jahre erfüllte sie ihre Aufgaben auch mit großer Wirkung zur vollen Zufriedenheit ihrer rund 40 Mitglieder aus Industrie und Verbänden. In den letzten Jahren entwickelte sie – vor allem aus personellen Gründen – keine nennenswerten Aktivitäten mehr, obwohl das Thema Produktpiraterie und Verletzung von Geschmacksmustern nach wie vor für die Hersteller von Textilien, vor allem bei modischer Ware, von großer Bedeutung ist.

Unter Federführung von Südwesttextil und Gesamtmasche wird nun zusammen mit anderen Verbänden ein Konzept ausgearbeitet, das zum Ziel hat, die Schutzgemeinschaft wieder sachlich und personell mit Leben zu erfüllen, um den Firmen Rechtsschutz bei der Verfolgung von Produktverletzungen zu geben. Bis Ende des Jahres soll das Konzept stehen und den Unternehmen vorgestellt werden.