Raus aus der Schule, rein ins Labor

Girls`Day – Mädchen Zukunftstag an den Hohenstein Instituten

Die Laboratorien der Hohenstein Institute eigneten sich ideal für die Wissensbildung im laufenden Betrieb. © Hohenstein Institute
Foto: Die Laboratorien der Hohenstein Institute eigneten sich ideal für die Wissensbildung im laufenden Betrieb. © Hohenstein Institute

Die Schule einfach mal für einen Tag hinter sich lassen und trotzdem etwas für die Zukunft tun – das war ganz nach dem Geschmack der Teilnehmerinnen des diesjährigen Girls´Day an den Hohenstein Instituten. Mit dem bundesweit einmal im Jahr stattfindenden Girls´ Day soll das Interesse von jungen Frauen an technisch-naturwissenschaftlichen Berufen schon in den weiterführenden Schulen geweckt werden.

Genau das funktionierte für die besuchten Abteilungen bei den Hohenstein Instituten bestens: die jungen Gäste durften am Ende ihres Besuchs per Fragebogen unter Verwendung des wohlbekannten Schulnotensystems eine Bewertung für ihre Gastgeber abgeben. Bernd Körbl von der Personalabteilung des Unternehmens bringt es auf den Punkt: „Mal ehrlich, auch außerhalb der Schule freut man sich über einen Noten-Durchschnitt von 1,4. Spontan konnten sich auch gleich vier der sieben Teilnehmerinnen vorstellen, bei uns später ihre Ausbildung zu absolvieren oder nach einem Studium bei uns zu arbeiten.“

Unter dem Motto "TEXTILE AGENTS gehen den Dingen auf den Grund" hatten die 13- bis 16- jährigen Gelegenheit, in einige Bereiche des breiten Tätigkeitsfelds der international renommierten Forschungseinrichtung im textilen Bereich hineinzuschnuppern. Nach der obligatorischen Führung durch verschiedene Abteilungen und Arbeitsbereiche des Instituts erhielten die Nachwuchsforscherinnen Einblicke in Themenbereiche wie Textil- und Materialprüfungen, schadstoffgeprüfte Textilien sowie die allgemeine Funktion der Kleidung für unser Wohlbefinden. Zur Vertiefung der jeweiligen Themengebiete waren entsprechende Experimente vorbereitet, die die Mädchen, ausgestattet mit Laborkitteln und Schutzbrille, unter fachlicher Anleitung selbständig durchführen durften. Nach dem einhelligen Tenor der Teilnehmerinnen unterschied sich das Mikroskopieren, Experimentieren, Messen, Ablesen und sogar das Auswerten von Daten gravierend von den gleichartigen Tätigkeiten im Schulbetrieb. Die Mädchen fanden die im laufenden Betrieb der Hohenstein Institute nachzuvollziehende Anwendungsbezogenheit der praktischen wissenschaftlichen Arbeit besonders interessant.

Für Bernd Körbl haben beide Seiten von der Veranstaltung profitiert: „Die Schülerinnen selbst hatten die Chance, für sich selbst herausfinden, ob ein technisch naturwissenschaftlicher Beruf für sie in Frage kommt. Und wir benötigen dringend naturwissenschaftlichen Nachwuchs für die Zukunft.“

Frauen in Naturwissenschaften und Technik
Die Zahlen sprechen für sich: in technisch-naturwissenschaftlichen Studiengängen wie Ingenieurswissenschaften, Physik und Informatik liegt die Frauenquote bei den Absolventen bei mageren 20% im Landesdurchschnitt – mit eher stagnierender Tendenz. Ganz ähnlich sieht es bei den technischen Ausbildungsberufen aus. Gleichzeitig sucht die Wirtschaft händeringend nach qualifizierten Fachkräften in diesen Bereichen. So verwundert es nicht, wenn Politik und Wirtschaft gleichermaßen nicht nur auf qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland setzen, sondern ihr Augenmerk verstärkt auf die Frauen im Land richten. Die Voraussetzungen sind eigentlich optimal, denn bereits in der Schule haben Mädchen bessere Noten, sind ehrgeiziger und es absolvieren zahlenmäßig mehr Mädchen als Jungen ihr Abitur. Leider stellt sich bei Mädchen und jungen Frauen häufig eine gewisse Distanz zu technisch-naturwissenschaftlichen Berufen ein. Sei es, dass die jungen Frauen ihre Berufsaussichten in Männerdomänen als unsicher einschätzen oder dass die Selbsteinschätzung in diesen Bereichen aus anderen Gründen auf der Strecke bleibt: Mit dem Image dieser Berufsfelder bei jungen Frauen steht es nicht zum Besten. Projekte wie der Girls´Day sollen dem Abhilfe schaffen.