Ressourcenoptimierte Spinnerei

Energieeffizienz bestimmt technischen Fortschritt

Am 28. und 29. Mai veranstaltete das Institut für Textil- und Verfahrenstechnik Denkendorf (ITV) das 15. Spinnerei-Kolloquium. 250 Teilnehmer nutzten das Angebot und informierten sich über die ressourcenoptimierte Spinnerei.
Ressourcenoptimierung heißt in einer deutschen Spinnerei vor allem Energieoptimierung. "Wer im globalen Wettbewerb auf lange Sicht bestehen will, muss energieeffizient produzieren", stellte Prof. Dr.-Ing. Heinrich Planck, Direktor des ITV Denkendorf, in seiner Eröffnungsrede fest. Insofern haben Maßnahmen zur Verringerung des Energiebedarfs in der Weiterentwicklung des Maschinenbaus vorrangige Bedeutung. Die Referenten des Spinnerei-Kolloquiums konzentrierten sich deshalb auf aktuelle Produkt- und Verfahrensinnovationen zur effizienteren Nutzung eingesetzter Energie.

Mit 18 Beiträgen umfasste das Vortragsprogramm eine Vielzahl konkreter Optimierungsvorschläge, sowohl beim Kompakt-Ringspinnen, in der Open-end-Rotorspinnerei und insbesondere der Air-Jet-Spinnerei. Grundlegende verfahrenstechnische Innovationen sind gegenwärtig jedoch nicht augenfällig.
Dennoch gebe es auch Einsparungspotenziale in anderen betrieblichen Abläufen, z. B. in der Spinnereivorbereitung, Klimatisierung, Online-Produktions-
überwachung oder gar Abfallreduzierung. Teilweise seien diese bereits mit geringem Investitionsaufwand realisierbar.

Eine Vorausschau über die Entwicklung der Spinnereiindustrie bis 2015 beschäftigte sich mit den Perspektiven der Branche. Es bestehe die Gefahr, dass sich der Vormarsch asiatischer Produzenten auf den Weltmärkten weiter fortsetze mit Nachteilen für europäische Spinnereiunternehmen. Logistisch, qualitativ und reklamationstechnische komplexe Aufgabenstellungen vor allem im Zusammenhang konsumentennaher Bekleidungsmarken würden zunehmen. Ferner könnten Technische Textilien ihren Wachstumspfad fortsetzen – die Importquote liege noch relativ niedrig.