Rückläufige Auftragslage

Trützschler will Stellen streichen

Seit August arbeitet rund die Hälfte der 700 Beschäftigten des Textilmaschinenherstellers Trützschler in Mönchengladbach bereits in Kurzarbeit, 80 Stellen wurden in den vergangenen zwei Jahren durch Altersteilzeit eingespart. Nun will das Unternehmen zusätzlich 90 Arbeitsplätze streichen. "Wir haben in den vergangenen Monaten schon alle Kapazitäten genutzt, um zu reduzieren, aber es reichte nicht", sagte Firmensprecher Hermann Selker. Die Gründe für den Stellenabbau lägen in einer weltweiten Krise der Textilindustrie und der dadurch rückläufigen Auftragslage, so das Traditionsunternehmen. Die Textilindustrie ist nach China und Indien abgewandert, dort werden 70 Prozent aller Textilfasern hergestellt. Trützschler habe dem zwar Rechnung getragen und sich in Asien in Kundennähe niedergelassen. "Doch wir stellen High-Tech-Produkte her, bei denen sich die Nachfragen reduziert haben", sagt Selker. Zudem belasteten hohe Zinsen, Überkapazitäten und gestiegene Energiekosten die Branche.
Noch im September will die Unternehmensleitung mit dem Betriebrat das weitere Vorgehen besprechen. Dann werde über Sozialplan, Abfindungen oder eine Beschäftigungsgesellschaft diskutiert. Wann die Mitarbeiter entlassen werden, steht noch nicht fest.