Schweiz setzt Zölle aus

Auf Antrag von Swiss Textiles hat der schweizerische Bundesrat die Zölle auf ausgesuchte Gewebe und Maschenstoffe ausgesetzt.

Die Nullzölle gelten ab 1. Januar 2016 für vier Jahre. „So spart die Branche jährlich rund 3 Millionen Franken“, kommentiert Verbandschef Peter Flückiger die Maßnahme. Deutsche Stofflieferanten, die keinen Präferenzursprung nachweisen können, freuen sich über diese Nachricht. Benachteiligt fühlen sich all diejenigen, die am Standort Europa mit einigem Aufwand Ursprungsware herstellen. Deutsche Konfektionäre blicken neidisch auf die schweizerischen Nachbarn, die Vormaterial aus aller Welt nun günstiger beschaffen können.

Dies ist ein wichtiges Signal für unseren Produktionsstandort. (Andreas Sallmann, Präsident Swiss Textiles)

Jedenfalls erscheint eine solch maßgeschneiderte Interessenpolitik den ewig zerstrittenen Europäer wie vom anderen Stern. Doch der Zollvorteil der Eidgenossen ist relativ. Die Schweiz hängt vom Export ab. Ihre Hauptkunden sitzen nach wie vor in der EU. Setzen schweizerische Unternehmen Vormaterialien ohne Ursprung ein, können sie selbst oft nicht mit Präferenz liefern. Einen klaren Wettbewerbsvorteil haben sie jedoch, wenn sie ihre Ware in der Schweiz oder in Drittstaaten verkaufen. Das sollte nicht nur Brüssel zu denken geben.