Sensorik-Shirt zum Messen von Vitalparametern

Auf der Pressekonferenz der Messen Techtextil und Texprocess Anfang Juni wurde interdisziplinäre Forschung auf sehr anschauliche Weise erlebbar gemacht.

Der Geschäftsführer der Messe Frankfurt GmbH, Detlef Braun, trug unter seinem Anzug ein Sensorik-Shirt, das vom ITV Denkendorf entwickelt wurde. Auf einem Screen konnten die Teilnehmer während der Pressekonferenz seine Vital- und Bewegungsparameter live verfolgen. Das Sensorik-Shirt ist eine Weiterentwicklung der sensorischen T-Shirts aus den Forschungsvorhaben Contain und TexVital des medizinischen und AAL-Bereichs (Ambiented Assisted Living) sowie SensProCloth des Sicherheits- und Schutzbereichs. Sie wurden als Verbundvorhaben mit institutionellen und industriellen Partnern vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt.

Bei Contain und TexVital geht es um alltagstaugliches Langzeitmonitoring von Vital- und Aktivitätsparametern zur telemedizinischen Betreuung, Unterstützung im häuslichen Umfeld und Notfallalarmierung. Ziel von SensProCloth ist die kontinuierliche Erfassung und der Transfer von Informationen über Vital- und Zustandsparameter, Aktivitäten, Umgebungsbedingungen und Ereignisse sowie die Kommunikation und Datenübertragung von Einsatzkräften bei Feuerwehr und Katastrophenschutz mittels der systemintegrierten Schutzbekleidung unter robusten Einsatzbedingungen. Weiterhin sollen die Sensoren Hilfe bei der Ortung der Einsatzkräfte in Gebäuden oder im Gelände geben und im Notfall eine medizinisch situationsgerechte Lagebeurteilung durch die Einsatzkräfte ermöglichen, auf deren Basis Entscheidungsalgorithmen für rechtzeitige und sofortige Hilfsmaßnahmen entwickelt werden können. So soll das Kommunikations- und Monitoringsystem im Einsatz vor Ort die Entscheidungen der mobilen Einsatzleitung unterstützen. Untergebracht ist die komplette Sensorik zur Vitalparametererfassung in einem Unterzieh-T-Shirt. Zu den Vitalparametern, die erhoben werden können, gehören Herzrate/EKG, Atemfrequenz, Körpertemperatur und Aktivitätsgrad.

Als zivile Anwendungsmöglichkeiten gelten nicht nur der medizinische und AAL-Bereich sondern insbesondere auch der Sport- und Freizeitbereich. Für Detlev Braun als ehemaliger Spieler der Tennis-Bundesliga war dies Anreiz genug, das sensorische Shirt während seines Vortrags während der Pressekonferenz live mit der Darstellung der erfassten Signale auf einem zweiten Screen zu testen. Die Pressevertreter konnten deutlich die EKG-Kurven, die Brustkorbhebung beim Atmen sowie die Bewegung über die X-, Y- und Z-Bewegungskoordinaten des 3D-Beschleunigungssensors sehen.

Foto: ITV Denkendorf