Sichere Luftfracht: Die Uhr tickt!

Der Versand per Luftfracht soll vor allem Schnelligkeit gewährleisten. Doch wer bis März 2013 nicht als „bekannter Versender“ zugelassen ist, könnte genau diesen Vorteil verlieren.

Aus dem modernen, global vernetzen Textil- und Mode-Business ist der Versand per Luftfracht nicht mehr wegzudenken. Doch bald droht Ungemach: Wer bis zum 25. März 2013 vom Luftfahrt-Bundesamt keine Zertifizierung zum bekannten Versender erhalten hat, kann keine als „sicher“ eingestufte Luftfracht mehr versenden. Dadurch fallen zusätzliche Kontrollen an, die zu erheblichen Verzögerungen führen können. Selbst wenn sich viele Waren ohne großen technischen oder zeitlichen Aufwand prüfen lassen, rechnen Experten mit Staus aufgrund zu geringer Röntgenkapazitäten.

Derzeit wird der größte Teil der Luftfrachtsendungen als "sicher" akzeptiert, weil die versendenden Unternehmen eine Sicherheitserklärung beim Luftfrachtspediteur unterzeichnet haben. Durch diese Zusicherung fallen keine weiteren Kontrollen mehr an und die Waren können direkt ins Flugzeug geladen werden. Im März wird diese Regelung jedoch ungültig. Dann müssen Firmen ohne Zulassung mit erheblichen Verzögerungen durch lange Warteschlangen vor den Röntgengeräten rechnen. „Sichere“ Ware kann dann nur noch von bekannten Versendern auf den Weg gebracht werden.

Doch die befürchtete Antragsflut beim LBA ist ausgeblieben. Schätzungsweise zwei Drittel aller Waren werden dem Spediteur daher bald als „unsicher“ übergeben werden. Einige Firmen haben möglicherweise noch gar nicht erkannt, was vorgeht. Viele andere haben geprüft, welche einmaligen und laufenden Investitionen die Zulassung zum bekannten Versender erfordert. Neben baulichen Veränderungen und Anpassungen im logistischen Ablauf sind beispielsweise Personalschulungen erforderlich. Doch ein Kostenvergleich ist schwierig, da die Kosten „unsicherer“ Sendungen noch nicht bekannt sind.

Fest steht, dass die momentane Anzahl der Röntgengeräte an den Flughäfen mehr als begrenzt ist. Versender sind deshalb nicht nur mit Röntgenkosten, sondern auch mit erheblichen Zeitverlusten konfrontiert. Große Produkte oder Produkte mit hoher Dichte können überhaupt nicht geröntgt werden. Solche Sendungen müssen geöffnet und mit speziellen Detektoren untersucht werden. Auch wenn das bei Textil- und Bekleidungsprodukten nur selten vorkommen dürfte, binden diese Maßnahmen Kontrollpersonal, was sich auf andere Abläufe negativ auswirkt. Der technische und personelle Kapazitätsausbau wird noch einiges Kosten. Auch den notwendigen Ausbau der Logistikfläche gibt es kaum umsonst.

Mit einer Verlängerung der Schonfrist ist laut LBA-Chef Ulrich Schwierczinski nicht zu rechnen: "Wir befürchten, dass sich viele Unternehmen bisher nicht oder nicht ausreichend mit den nach dem 25. März 2013 drohenden Konsequenzen befasst haben. Die Firmen müssen wissen, dass für die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben in ihrem Betrieb und die anschließende Zulassung durch das Luftfahrt-Bundesamt ein Zeitraum von bis zu einem Jahr durchaus üblich ist. Eine Verlängerung der gesetzlich festgelegten Frist für eine behördliche Zulassung als bekannter Versender ist nicht möglich.“ Wer regelmäßig Luftfrachtsendungen verschickt und sich mit dem bekannten Versender noch nicht näher auseinander gesetzt hat, sollte sich also schnellstens darum kümmern.

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