Start der Tarifrunde in der Textil- und Bekleidungsindustrie

Verhandlungsauftakt am 30. Januar / Schwierige Runde erwartet

Eschborn. Vor Beginn der ersten Runde der Tarifverhandlungen am 30. Januar 2008 in Bad Neuenahr warnt der Gesamtverband der Textil- und Modeindustrie die IG Metall davor, bei ihren Mitgliedern Erwartungen zu schüren, "die jenseits aller betrieblichen Realitäten unserer Branche sind", so
Wolfgang Brinkmann, Verhandlungsführer des Verbandes. "Wir sollten alle miteinem klaren Blick auf das Machbare in diese Runde starten. Vor allem geht es darum, Arbeitsplätze und Wettbewerbsfähigkeit dauerhaft zu sichern." Brinkmann erwartet schwierige Gespräche, nicht zuletzt durch das Verhandlungsumfeld in der Stahlindustrie und im öffentlichen Dienst.

Brinkmann appelliert an die IG Metall, 2008 die branchenorientierte
Tarifpartnerschaft der Vergangenheit fortzusetzen. Der seit Jahren anhaltende Beschäftigungsabbau konnte dadurch verlangsamt werden. Das Ziel müsse es nun sein, die Unternehmen durch eine weitere Flexibilisierung der
Schwankungsbreite und des Ausgleichszeitraumes bei der Arbeitszeit zu stärken. Die Behandlung von Grundsatzthemen der Arbeitszeit soll nach der Vorstellung der Arbeitgeberseite über die Tarifrunde hinaus angegangen werden. Deshalb sei auch auf eine Kündigung der Arbeitszeitabkommen verzichtet worden.

Die konjunkturelle Entwicklung habe in der Textil- und Modeindustrie bislang nicht zu vergleichbaren Positiveffekten bei Produktion oder Umsatz geführt. Daher spiegele allein schon die Lohnforderung der IG Metall von 5,5 Prozent in keiner Weise die Leistungsfähigkeit der 1.000 Betriebe der Branche mit ihren 120.000 Beschäftigten wider.