stay textile - kreative Antwort auf den demografischen Wandel

Südwesttextil organisiert neue Plattform für aktive textile Ruheständler und Unternehmen

Mit dem altersbedingten Ausscheiden von Fach- und Führungskräften verlieren die Textil- und Bekleidungsunternehmen wertvolles Expertenwissen und Erfahrung. Teilweise geht das Knowhow sogar unwiederbringlich verloren, weil es nicht auf nachfolgende Kollegen übertragen werden kann. Diese Problematik ist bereits vielfach an Südwesttextil und seinen Schwesterverband Gesamtmasche herangetragen worden. Deshalb haben die Verbände jetzt ein neues Projekt initiiert: "MASTERhora stay textile" – das Internet-Netzwerk für aktive Ruheständler und Unternehmen.

Dazu ist Südwesttextil eine Kooperation mit der neuen Social Media Plattform MASTERhora eingegangen (http://www.masterhora.de). Ziel dieser Plattform ist es, die Verbindung zwischen Fach- und Führungskräften, die in den Ruhestand gehen, und ihren ehemaligen Unternehmen aufrechtzuerhalten. Die Idee: Auf einem eigenen textilen Online-Campus können Unternehmen das Netzwerk nutzen, um kontinuierlich Kontakt zu ihren ehemaligen Mitarbeitern zu halten, sie mit Informationen aus dem Unternehmen zu versorgen und sie im Bedarfsfall für Projekte zu rekrutieren. Ausscheidende und ausgeschiedene Fach- und Führungskräfte, die projektweise oder in geringerem Umfang dauerhaft weiter arbeiten möchten, können auf der Internetplattform ihr fachliches Profil hinterlegen. So werden sie von ihrem eigenen ehemaligen Unternehmen gefunden, das die Kompetenz und das Erfahrungswissen seiner Ehemaligen nutzen möchte. Auch andere Unternehmen der Branche haben die Möglichkeit, auf diese älteren gut qualifizierten Fachkräfte zuzugreifen.

"Wir stehen vor einem Altersübergangsproblem und damit vor einem Wissenstransferproblem", so Dr. Markus H. Ostrop, Hauptgeschäftsführer der beteiligten Verbände. Denn die Textil- und Bekleidungsindustrie weist einen relativ hohen Anteil älterer Beschäftigter auf, die jetzt allmählich ins Vorruhestands- und ins Rentenalter kommen. "Im Vergleich zur Altersstruktur aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten ist die Alterspyramide in unserer Branche deutlich nach rechts verschoben", sagt Ostrop. Das bedeute, dass in den Textilberufen ein höheres Durchschnittsalter vorherrsche als in anderen Berufen. So sind in der Textil- und Bekleidungsindustrie knapp 30 Prozent älter als 54 Jahre. In den rentennahen Jahrgängen, also in der Altersgruppe der 59- bis 63-Jährigen, sind es knapp 14 Prozent.

Ein Grund dafür ist der Beschäftigtenabbau in den letzten 20 Jahren. Weil man hier versucht hat, mit dem Festhalten an den Älteren das Erfahrungswissen zu bewahren, sind viele ältere Beschäftigte in den Betrieben geblieben. Nun gilt es aber der Tatsache ins Auge zu sehen, dass in absehbarer Zeit die Träger dieses Wissens in großer Zahl vor dem Rentenalter stehen werden und sich damit für die betroffenen Betriebe neue Probleme ergeben. Gleichzeitig sind heute viele "Best Ager" bereit, über den Ruhestand hinaus aktiv zu sein und ihr Wissen in Gesellschaft und Wirtschaft einzubringen. Viele suchen geradezu nach Aufgaben, die ihnen Erfüllung und Befriedigung versprechen und das Gefühl geben, immer noch "gebraucht" zu werden.

Derzeit laufen die technischen und inhaltlichen Vorbereitungen für "MASTERhora stay textile". Die Plattform MASTERhora selbst ist seit Mai in einer Betaversion öffentlich verfügbar. Spätestens im Herbst wird stay textile online gehen. Den Mitgliedsunternehmen des Verbandes erhalten dann besondere Vorzugskonditionen.

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