Erster Stuttgarter Fashion Award kürt „Mode von hier“

In Baden-Württemberg ziehen etablierte und junge Unternehmen an einem Strang: Mit der Vergabe des ersten „Stuttgart Fashion Awards“ an junge Designstudierende setzt sich der Verband Südwesttextil gemeinsam mit dem Mode-Start-up Wiederbelebt und dem Stuttgarter Stadtkaufhaus Gerber für den Fashion-Nachwuchs in der Region ein. Die Fachjury aus Gründern und namhaften Experten der Branche blickt gespannt auf die Verleihung am 19. Oktober 2018.

Die Jury: Jürgen Leuthe, Rebekka Rüth, Hannah Kussel, Dr. Alfred Haar, Sarah Kürten und Rafy Ahmed (v.l.n.r.).
Foto: Die Jury: Jürgen Leuthe, Rebekka Rüth, Hannah Kussel, Dr. Alfred Haar, Sarah Kürten und Rafy Ahmed (v.l.n.r.).

Stuttgart, 15. Oktober 2018 – Den Nachwuchs und die Kreativität fördern und damit zeigen, dass Mode in der Stadt Stuttgart und im ganzen Ländle großgeschrieben wird – das ist die Idee des Stuttgart Fashion Awards. „Während andere deutsche Großstädte schon einige Plattformen für Nachwuchs-Designer jeglicher Art bieten, wurde in Stuttgart bisher wenig geboten – und das, obwohl sich schon längst viele private und staatliche Modeschulen in der Region etabliert haben“, erklärt Sarah Kürten, Mitgründerin des Stuttgarter Start-ups Wiederbelebt, das Upcycling-Mode kreiert. Kürten ist Teil einer sechsköpfigen Jury, die unter den kreativen Einreichungen von Jungdesignern drei Kollektionen ausgewählt hat. Diese werden am 19. Oktober ins Finale einziehen und sich dem Publikums-Voting im Gerber stellen. Die weiteren Jurymitglieder sind Jürgen Leuthe, Geschäftsführer der Fashionmarke Luisa Cerano aus dem Hause Hauber in Nürtingen, Dr. Alfred Haar, Modehandelsexperte und Aufsichtsratsvorsitzender beim Nagolder Herrenmodehersteller Digel AG, Designer Rafy Ahmed, Inhaber des Start-up-Unternehmens MOROTAI (bekannt aus „Die Höhle der Löwen“), Hannah Kussel, Head of Retail im Stuttgarter Stadtkaufhaus Gerber, und Rebekka Rüth, Junior-Referentin für Projekte, Nachhaltigkeit und Kommunikation bei Südwesttextil.

Das Gerber engagiert sich bereits seit geraumer Zeit durch Kooperationen mit regionalen Hochschulen und dem Angebot von „Pop-Up“-Flächen dafür, dass der Nachwuchs im Handel eine Möglichkeit bekommt, sich auszuprobieren und zu etablieren. Der Gewinner des jetzt neuen Awards bekommt unter anderem die Möglichkeit, seine Kollektion in einem eigenen Pop-Up-Shop im Gerber zu verkaufen, einen exklusiven Praktikumsvertrag bei Wiederbelebt sowie eine finanzielle Unterstützung seiner zukünftigen Kollektionen.

„Wir haben auch erst vor drei Jahren unser eigenes Modelabel gegründet und wissen, wie schwierig es vor allem für junge Gründer und Designer ist, in der Modebranche Fuß zu fassen und seine Ideen und Konzepte im Markt zu etablieren“, begründet Sarah Kürten ihre besondere Motivation, diesen Award mit ins Leben zu rufen.

Für den Designer Rafy Ahmed, der mit seinem Start-up MOROTAI eine Finanzierung in der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ erreichte und in diesem Jahr den Start-up-Preis Baden-Württemberg gewann, war es ebenso selbstverständlich, sich für den Nachwuchs zu engagieren: „Da ich selbst direkt ohne Erfahrung an das Thema heranging und mit der Gründung von MOROTAI ohne jegliche Vorkenntnis erfolgreich sein konnte, liegt mir das Thema sehr am Herzen, Studierende und angehende Designer zu motivieren und auch andere Wege zu zeigen.“ Als großen Vorteil sieht er die Nähe zu den jungen Designern: „Ich bin ja selbst erst seit knapp über einem Jahr kein Student mehr. Daher sehe ich mich oft noch als jemanden, der von Studierenden und allem, was drum herum passiert, lernen kann. Junge Menschen müssen sich mehr trauen, etwas selbst zu machen, das möchte ich fördern und ihnen die Angst nehmen.“

„Wir wollen die jungen Fashion-affinen Leute nicht nur für die Branche begeistern, sondern ihnen auch helfen, eine solide wirtschaftliche Grundlage für ihre berufliche Zukunft zu schaffen“, erklärt Dr. Alfred Haar sein Engagement. Großen Wert hätten er und die Jury dabei daraufgelegt, dass die Designer bei aller Kreativität die Tragbarkeit und das wirtschaftliche Moment ihrer Konzepte nicht außer Acht lassen.

Fashionexperte Jürgen Leuthe zieht eine positive Resonanz aus der Jurysitzung: „Mich freut, dass wir mit den nominierten Finalisten drei ganz unterschiedliche Ideen und Herangehensweisen gefunden haben. Sehr spannend finde ich den gesellschaftskritischen Ansatz der Designs und wiederum die Tatsache, dass das Thema „Upcycling“ und damit auch eine gewisse Nachhaltigkeit eine Rolle spielt. Andere Designer überzeugten durch Konzepte, die dem künstlerischen Grundsatz von Form und Farbe folgen. Sie verkörpern eine sehr moderne, zugleich aber zeitlose Formen- und Farbenwelt.“

Die Handelsfachfrau Hannah Kussel sieht ähnliche Tendenzen in den Designs der Studierenden: „Besonders überraschend war, wie die Bewerber mit dem Aspekt der „Nachhaltigkeit“ umgegangen sind. Dieses Thema gewinnt in der Mode konstant an Bedeutung und es ist bemerkenswert, wie vielfältig die modische Interpretation der Bewerbungen war.“

Auch Südwesttextil als Arbeitgeberverband zeigt sich begeistert von der Resonanz auf den Award und möchte gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen aus Baden-Württemberg weiter in den Bereich Nachwuchsförderung investieren. „Ziel ist es, dass der Preis langfristig sowohl junge Designer, als auch Start-ups fördert und dabei ein ganz klarer Fokus auf nachhaltige Konzepte gelegt wird. Gründer wie Rafy Ahmed oder Sarah Kürten zeigen bereits, wie dieser Weg in einem Netzwerk wunderbar funktionieren kann, und wir hoffen, in Zukunft noch viele weitere Unternehmen fördern zu können“, so Rebekka Rüth über die Zukunft des Stuttgart Fashion Awards.

Doch nicht nur die Fachjury ist am Voting beteiligt. An der Verleihung des 1. Stuttgart Fashion Award ist das Publikum im Gerber aktiv gefragt und hat die Möglichkeit, die entscheidende Stimme abzugeben.

  • Die Textil- und Bekleidungsindustrie ist Deutschlands zweitgrößte Konsumgüterindustrie und bei technischen Textilien Weltmarktführer.
  • Südwesttextil vertritt die Interessen der Branche in Baden-Württemberg. Der Wirtschafts- und Arbeitgeberverband ist eine Gemeinschaft von rund 200 Unternehmen mit 7 Mrd. Euro Umsatz und 24.000 Beschäftigten.
  • Viele sind wichtige Zulieferer für die Autoindustrie, Luft- und Raumfahrt und Medizin oder machen mit attraktiver Mode und hochwertigen Heimtextilien den Alltag schöner und komfortabler.
  • Südwesttextil ist Berater für seine Mitglieder, Netzwerker in Politik und Wirtschaft, Sozialpartner in der Tarifpolitik, Förderer der Textilforschung und des Engagements für soziale und ökologische Standards.

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