Die neuen Kandidaten der ECHA

Es ist wieder soweit: Im Januar hat die European Chemicals Agency (ECHA) die Erweiterung der Liste mit besonders besorgniserregenden Stoffen (SVHC) um sieben weitere Substanzen bekannt gegeben. Auch dieses Mal stellt sich die Frage nach der textilen Relevanz dieser Stoffe.

Hier die Stoffe im Einzelnen:

1. Chrysene (CAS# 218-01-9)

Gehört zu der Gruppe der Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) und ist bereits in Anhang XVII der REACH-Verordnung 1907/2006 geregelt bzw. mit Grenzwerten belegt (Bestandteile aus Gummi oder Kunststoff mit Hautkontakt). PAK’s können als Verunreinigungen in Schwarzpigmenten (Flammruß) bzw. als Verschleppung aus dem Steinkohleteer auch in Rohstoffen für Dispergier-und Stellmittel für Textilfarbstoffe enthalten sein.

2. Benzo(a)anthracen (CAS# 56-55-3)

Gehört zu der Gruppe der Polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK) und ist bereits in Anhang XVII der REACH-Verordnung 1907/2006 geregelt bzw. mit Grenzwerten belegt (Bestandteile aus Gummi oder Kunststoff mit Hautkontakt). PAK’s können als Verunreinigungen in Schwarzpigmenten (Flammruß) bzw. als Verschleppung aus dem Steinkohleteer auch in Rohstoffen für Dispergier-und Stellmittel für Textil-Farbstoffe enthalten sein.

3. Dechlorane Plus ™ (CAS# 13560-89-9).

Für Bekleidungstextilien hat dieses Flammschutzmittel für Polyamid keine Relevanz. Bezüglich des Flammschutzes für PA-Composite ist sein Einsatz nicht auszuschließen (siehe hier).

4. Reaktionsprodukt von 1,3,4-Thiadiazolidine-2,5-dithion, Formaldehyd und 4-Heptylphenol

Verzweigt und linear (mit ≥ 0,1 % w/w 4-Heptylphenol, verzweigt und linear (keine CAS#). Das Produkt wird als Gleit- und Schmiermittel auch bei Textilmaschinen eingesetzt, aber nicht bestimmungsgemäß für die Herstellung von Textilien.

5. Cadmiumnitrat (CAS# 10325-94-7)

Wird zur Produktion von Textilien nicht bestimmungsgemäß eingesetzt.

6. Cadmiumhydroxid (CAS# 21041-95-2)

Wird zur Produktion von Textilien nicht bestimmungsgemäß eingesetzt.

7. Cadmiumcarbonat (CAS# 513-78-0)

Wird zur Produktion von Textilien nicht bestimmungsgemäß eingesetzt.

SVHC-Stoffe und Pflichten

Wird eine Substanz auf der SVHC-Liste geführt, hat dies zunächst keinen Einfluss auf ihre Verwendung. Der Stoff ist damit lediglich für die Aufnahme in den Anhang XIV der REACH-Verordnung vorgemerkt, was ggf. zu einem Verwendungsverbot bzw. einer Zulassungspflicht für die jeweilige weitere Verwendung in der EU führen kann.

Mit der Einstufung als SVHC ist jedoch die Informations- bzw. Auskunftspflicht gemäß Artikel 33 der REACH-Verordnung verbunden. So muss der Abnehmer in der Lieferkette (B2B) darüber informiert werden, wenn ein SVHC mit mehr als 0,1 Gew.-% in einem Erzeugnis vorhanden ist und ihm müssen Informationen zur sicheren Verwendung zur Verfügung gestellt werden. Gegenüber dem Verbraucher (B2C) besteht auf Nachfrage die Auskunftspflicht (kostenfrei, innerhalb von 45 Tagen) über das Vorhandensein von SVHC mit mehr als 0,1 Gew.-% in Verbraucherprodukten.

Bei weiteren Fragen zu REACH, der SVHC-Liste oder damit verbundenen Pflichten wenden Sie sich bitte an unseren Umweltexperten Stefan Thumm