SWT-Vorstand über Kostenschub besorgt

Rohstoffe und Energie treiben Verkaufspreise in die Höhe

Geht es nach der letzten Geschäftsklima-Umfrage von Südwesttextil, weist das Stimmungsbarometer deutlich nach oben. Doch trotz positiver Geschäftserwartungen für das kommende Jahr zeigen sich die Textil- und Bekleidungsunternehmer im Südwesten besorgt über den sprunghaften und massiven Anstieg der Produktionskosten. Der Vorstand von Südwesttextil hat bei seinem Treffen am 7. Dezember den Ernst der Lage unterstrichen: Dass sich die gestiegenen Rohstoffkosten spürbar auf die Verkaufspreise auswirken, ist aus allen Stufen der textilen Kette zu hören.

Dabei sind längst nicht nur Produkte aus Baumwolle betroffen, sondern auch die aus Chemiefasern. Der Grund hierfür ist teilweise der Preiseffekt der teuren Baumwolle auf beliebte Substitute. Oftmals geht es jedoch um die fehlende Verfügbarkeit bestimmter Faser- und Filamenttypen. Probleme ergeben sich außerdem aus mangelnder Liefertreue und Qualitätsabweichungen, wenn langfristige Kontrakte noch auf Basis niedrigerer Preise abgeschlossen wurden. Zu teuren Rohstoffen gesellt sich der Kostenanstieg in der Asien-Beschaffung aufgrund höherer Löhne und Frachten. Auch die Energiekosten belasten die Industrie trotz Rettung des Spitzenausgleichs zunehmend. In einer marktfernen Förderlandschaft erweisen sich die erneuerbare Energien als gefährlicher Kostentreiber. Das Thema Energiekosten steht daher ganz oben auf der Verbandsagenda. Eine Mitgliederbefragung zur EEG-Umlage wurde bereits durchgeführt.

Beim Weg aus dem Krisental erweisen sich die erhöhten Produktionskosten als Bremsklotz. Vor diesem Hintergrund mahnt der Südwesttextil-Vorstand zur Zurückhaltung in der bevorstehenden Tarifrunde. Der aufgehellte Konjunkturhimmel und die positiven Veränderungsraten dürften nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Krise außerordentlich an den Kräften der Unternehmen gezehrt habe. Nun müsse es an erster Stelle darum gehen, Kapital wiederaufzubauen und das Vorkrisenniveau wieder zu erreichen.