Nach schwierigen Verhandlungen Tarifabschluss erzielt

Verhandlungsführer Simon: „Arbeitgeber an die Grenze des wirtschaftlich Machbaren gegangen!“

Markus Simon, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Geschäftsführer von Verseidag
Foto: Markus Simon, Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Geschäftsführer von Verseidag
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Bielefeld: Die Arbeitnehmer der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie bekommen in den kommenden zwei Jahren insgesamt 4,9 Prozent mehr Lohn und Gehalt und eine Einmalzahlung von 340 Euro. Darauf haben sich Arbeitgeber und IG-Metall nach gut 14-stündigen Gesprächen verständigt. Markus Simon, Verhandlungsführer der Arbeitgeber: „Der Abschluss gibt den Unternehmen auf die nächsten zwei Jahre Planungssicherheit in einer wirtschaftlich höchst instabilen Situation. Diese schwierige Lage hat die Verhandlungen bis zur letzten Minute bestimmt.“

Nach der Vereinbarung erhalten die Arbeitnehmer zunächst eine Einmalzahlung von 340 Euro. Ab 1. August 2019 steigen die Löhne und Gehälter um 2,6 Prozent; ab 1. September 2020 um 2,3 Prozent. Außerdem wird es Verbesserungen bei der Altersteilzeit, den Ausbildungsvergütungen sowie dem Urlaubsgeld geben. Der Abschluss hat eine Laufzeit von 24 Monaten.
Markus Simon: „Mit dem heute Nacht gefundenen Kompromiss sind wir an die Grenze des Machbaren gegangen. Dennoch war es wichtig, die Tarifauseinandersetzung nicht in die Länge zu ziehen, um die Unternehmen in angespannter wirtschaftlicher Lage durch Streiks nicht zusätzlich zu belasten. Für unsere Unternehmen geht es darum, international wettbewerbsfähig zu bleiben.“

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie (inklusive Schuh- und Lederwarenindustrie) ist mit etwa 1 400 Unternehmen und ca. 135 000 Beschäftigten im Inland die zweitgrößte Konsumgüterindustrie in Deutschland. Deutsche Textil- und Modeunternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von ca. 35 Milliarden Euro (davon 60 Prozent Textil, 40 Prozent Bekleidung) und sind damit in Europa führend. Technische Textilien sind schon heute ein hoch innovativer Werkstoff in vielen Anwendungsgebieten und deutsche Textilunternehmen sind wichtige Zulieferer für Branchen wie Automobil, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Geotechnologie. Im Bereich technischer Textilien ist Deutschland Weltmarktführer. http://www.textil-mode.de