Textiltarifrunde droht hart zu werden

IG Metall stimmt Mitglieder auf forsche Forderungen ein

Keinen Grund für Lohnzurückhaltung sieht die IG Metall Baden-Württemberg in den bevorstehenden Tarifrunden der Textil- sowie der Metall- und Elektroindustrie. „Aus heutiger Sicht besteht kein Grund für besondere Zurückhaltung“, sagte der neue Bezirksleiter Roman Zitzelsberger auf der Bezirkskonferenz seiner Gewerkschaft Anfang Juni in Leinfelden. Sämtliche für die Lohnfindung wichtigen Kennzahlen wie Produktivität, Umsatz oder Auftragseingänge zeigten einen Aufwärtstrend an. „Wenn das alles so positiv bleibt, werden wir im Herbst den uns zustehenden Anteil einfordern“, der Gewerkschafter.

Neben der Entgeltfrage will die IG Metall in den Tarifrunden auch einige qualitative Themen voranbringen. So soll die Altersteilzeit attraktiver und – in der Textilbranche – für den Arbeitgeber verpflichtend gemacht werden. Zumal sich durch die abschlagsfreie Rente mit 63 auch die gesetzlichen Konditionen änderten, bestehe Handlungsbedarf.

Diesen sieht die Gewerkschaft auf dem Gebiet der Weiterbildung. Im Rahmen einer eigenen Beschäftigtenbefragung habe gut jeder Zweite angegeben, keine ausreichenden Möglichkeiten dazu zu haben. „Damit verschenken die Betriebe ein wichtiges Potenzial an Fachkräften“, kritisierte Zitzelsberger und forderte die Landesregierung auf, ihr Bildungsurlaubsgesetz wie geplant auf den Weg zu bringen.

Besonderes Augenmerk richtet die IG Metall Baden-Württemberg ferner auf die Gewinnung neuer Mitglieder unter den Auszubildenden. Die Verwaltungsstellen sind hierbei weit hinter den gesteckten Zielen zurückgeblieben, so dass mit einem Aktionsplan nachgeholfen werden soll. Für die Textil- und Bekleidungsindustrie bedeutet das vermutlich, dass die IG Metall wieder mit der Forderung nach einer unbefristeten Übernahme von Ausgebildeten in die Tarifrunde ziehen wird. Die Tarifverträge laufen noch bis zum 31. Oktober dieses Jahres.