Tarifrunde 2011

Ergebnis während der Friedenspflicht nach 2. Verhandlungsrunde

In der Nacht auf den heutigen Dienstag haben sich die Tarifvertragsparteien der westdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie nach fünfzehnstündiger Verhandlung erstmals noch innerhalb der Friedenspflicht auf einen Tarifabschluss geeinigt. Der unter Vorbehalt der Annahme durch unseren Sozialpolitischen Ausschuss stehende Vertrag hat eine Laufzeit von zwanzig Monaten bis zum 31. Oktober 2012.

Das Ergebnis lautet im Einzelnen:

- Zwei Nullmonate für die Monate März und April 2011

- Einmalzahlungen in Höhe von insgesamt 250,00 Euro für die Monate Mai bis einschließlich September 2011.

- Auszubildende erhalten insgesamt 125,00 Euro.

Die Einmalzahlungen können aus wirtschaftlichen Gründen auf Basis einer freiwilligen Betriebsvereinbarung unter der Bedingung einer Beschäftigungszusage gekürzt, ausgesetzt oder bis zum 30. September 2011 verschoben werden.

- Ab http://1.Oktober 2011 erfolgt eine Entgelterhöhung um 3,6 Prozent. Diese ist aus wirtschaftlichen Gründen auf Basis einer freiwilligen Betriebsvereinbarung unter der Bedingung einer Beschäftigungszusage um bis zu 1,5 Prozent bis einschließlich 30. April 2012 teilweise oder vollständig absenkbar.

Die Tarifvertragsparteien haben sich darüber hinaus darauf geeinigt, Gespräche zur Bewältigung des demografischen Wandels zu führen.

Die Tarifkommission der Arbeitgeber sieht die Vorteile des Abschlusses zum einen in der langen Laufzeit von 20 Monaten, die den Unternehmen Planungssicherheit verschafft. Zum anderen stellen die "Stellschrauben", also die Möglichkeiten, die Belastungen durch Kürzung, Aussetzung oder Verschiebung abzumildern, ein wirkungsvolles Instrument für diejenigen Unternehmen dar, die sich von den Auswirkungen der Krise noch nicht erholt haben.

Die durchschnittliche Belastung aus dem Tarifabschluss im Jahr 2011 liegt unter drei Prozent. Die durchschnittliche Belastung für die gesamte Laufzeit haben wir auf 2,94 Prozent errechnet. Wenn ein Unternehmen alle Optionen zur Verschiebung bzw. zur Absenkung in Anspruch nimmt, beträgt die Belastung sogar nur 1,82 Prozent.

Der Sozialpolitische Ausschuss von Südwesttextil wird am kommenden Freitag, den 25. Februar, um 14.30 Uhr in der Filharmonie Filderstadt das Ergebnis beraten und über die Annahme befinden. Hierzu sind weitere Interessenten herzlich willkommen.