Techtextil 2015

Der Baden-Württemberg-Pavilion überzeugte mit einer Vielfalt innovativer Aussteller

Guido Rebstock am Gemeinschaftsstand
Foto: Guido Rebstock am Gemeinschaftsstand

Vom 4. bis 7. Mai präsentierte sich Baden-Württemberg zum ersten Mal mit einem Gemeinschaftsstand auf der Techtextil 2015 in Frankfurt, der internationalen Plattform für Anwender und Hersteller technischer Textilien und Vliesstoffe. Organisiert und durchgeführt wurde dieses Projekt von Baden-Württemberg International (bw-i) gemeinsam mit der Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg (AFBW) und den Verbänden Südwesttextil und Gesamtmasche. Insgesamt zwölf Unternehmen, die Region Neckaralb sowie die Deutschen Institute für Textil- und Faserforschung (DITF) präsentierten ihre Produkte und Neuheiten und zeigten eindrucksvoll, dass der Textilstandort Baden-Württemberg mit zu den innovativsten und wichtigsten in Deutschland gehört.

Am Eröffnungstag besuchte Ministerialdirektor im Ministerium für Finanzen und Wirtschaft des Landes Baden-Württemberg, Guido Rebstock den Baden-Württemberg Pavilion und informierte sich bei einem Rundgang über die innovativen Produkte der Aussteller. Im Anschluss begrüßte er gemeinsam mit Südwesttextil-Präsident Bodo Th. Bölzle die Besucher und lud sie zu einem Gedanken- und Erfahrungsaustausch ein.

Der Rundgang

Die Rökona Textilwerk GmbH & Co. KG ist ein vollstufiger Betrieb mit Entwicklungs- und Produktionssitz in Tübingen. Der Spezialist produziert Eigenentwicklungen und auf Kundenwunsch in vielzähligen Gebieten der technischen Textilien, wie beispielsweise der mobilTech, clothTech, induTech, proTech und medTech. Jüngst präsentierte das Unternehmen seinen patentierten Push-Pull-Liner, der in Kombination mit weiteren funktionellen Materialschichten einen maximalen Feuchtigkeitstransport gewährleistet. Der Liner ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich, wirkt ohne Zusatz von Textilchemikalien und ist zu 100 Prozent recyclebar.

Die Junker Filter GmbH aus Sinsheim stellt technische Textilien für modernste Entstaubungssysteme, Fest-Flüssig-Trennung und Geruchsabscheidung sowie kundenspezifische Produktionsanlagen und Fertigungslinien durch hausinternen Maschinenbau her.

Die Gebr. Otto Baumwollfeinzwirnerei GmbH & Co. KG produziert seit über einem Jahrhundert als reines Familienunternehmen am Standort Deutschland Garne und Zwirne in rohweiß und gefärbt. In den Werken Dietenheim und Unterbalzheim wird für die Kundenkreise Rund- und Flachstrickerei, Weberei sowie für Kunden im Technischen Bereich (Medizin, Automobil, Hygiene, etc.) produziert. Auf der Techtextil präsentierte das Unternehmen unter anderem das Premiumgarn Piumafil, eine Mischung aus Kapok- und Baumwollfasern. Lange Zeit galt die Kapokfaser als nicht verspinnbar und wurde überwiegend nur als Füllmaterial verwendet.

Die Technische Textilien Lörrach GmbH & Co. KG ist Hersteller von Nadelfilzen für industrielle Anwendungen. Seit über 175 Jahren entwickelt und produziert das Unternehmen technische Bedarfsartikel und zählt bei seinen Produktschwerpunkten zu den Marktführern. Die Produkte werden weltweit vertrieben. Neben den Produktsegmenten Filtermedien – für die industrielle Entstaubung – und Wäschereitextilien – Artikel für diverse Anwendungen in der Wäscherei-Industrie – präsentiert TTL individuelle Produkte und Lösungen für die Automobil-, Flugzeug- und Elektroindustrie, für Autowaschanlagen, für Hitzeschutz- und mechanische Schutz-Anwendungen sowie Sonderanfertigungen für andere Industriebereiche.

Die Amann Group aus Bönnigheim beliefert als einer der international führenden Hersteller die nähende Industrie mit hochwertigen Nähfäden und Stickgarnen. Vom Universalnähfaden bis zur hochtechnischen Spezialität bietet das Unternehmen ein breites Sortiment für alle Bereiche des Nähens. Als Global Player und Technologieführer setzt der Spezialist auf intelligente Produkte, individuelle Lösungen und innovative Konzepte.

Die Mattes & Ammann GmbH & CO. KG ist ein inhabergeführtes mittelständisches Unternehmen mit Sitz in Meßstetten-Tieringen und stellt seit über 60 Jahren gestrickte und gewirkte Maschenstoffe für Matratzen und den technischen Einsatz in der Automobilindustrie in Form von Sitzen und Schonbezügen her.

Die Kompetenzgruppe Abstandstextilien besteht aus neun Unternehmen entlang der textilen Wertschöpfungskette Abstandstextilien. Bei Bedarf unterstützt das ITV Denkendorf die Entwicklungen. Zwei Netzwerke – die AFBW und der Cluster techtex Neckar-Alb – bieten die übergeordnete Schnittstelle. Drei Mitglieder der Kompetenzgruppe präsentierten auf der Techtextil verschiedene Exponate wie das 3DEA-Abstandsgewirk zur Wassergewinnung aus Nebel von Essedea, die pneumatischen Aktoren von Global Safety Textiles – eine Weiterentwicklung von Airbag-Gewebe zu einem textilen Muskel – und die beheizbare Matratzen für Allergiker, ein Kooperationsprojekt von Essedea und Roma Strickstoff-Fabrik Rolf Mayer.

Die Jörg Lederer GmbH in Amstetten ist ein mittelständisches Unternehmen und stellt umwundene, verwirbelte, Hamel-Elasto-Twist-, Airjet- oder Corespun-Garne her. Jahrzehntelange Erfahrung und modernstes technisches Know-how in der Garnproduktion sind auf dem internationalen Markt gefragt und in bekannten Markentextilien verarbeitet.

Die Fiber Engineering GmbH ist eine Tochterfirma der Robert Bürkle GmbH mit Sitz in Karlsruhe. Zu den Tätigkeitsschwerpunkten gehören das eigens entwickelte Fasereinblassystem FIM. Mit FIM können im Gewicht optimierte 3D Faserformteile, wie akustische/thermische Isolationsteile oder feste Trägerteile aus Stapelfasern effizient in Serie gefertigt werden.

Die Bauer Bandweberei GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen und verarbeitet in Mainhardt handelsübliche und Hightech-Garne zu Geweben zwischen 3 und 120 mm Breite. Zur Sparte „technische Bänder“ gehören z. B. Flachgewebe und Schläuche aus verschiedenen Materialien wie PTFE, Cordura, Dyneema, Edelstahl, Teflon, Glas, Aramid, Polyester, Polyamid usw. die auch bedruckt werden.

Die DITF Denkendorf unterstützen die mittelständische Industrie bei der Verfahrens- und Produktentwicklung. Die DITF Denkendorf, 1921 gegründet, sind heute das größte Textilforschungszentrum in Europa. Die Stiftung des Öffentlichen Rechts untersteht der Dienstaufsicht des Ministeriums für Finanzen und Wirtschaft Baden- Württemberg. Das Forschungsspektrum der DITF umfasst die gesamte textile Kette vom Polymer bis zum Produkt vorwiegend für technische Anwendungsfelder. Viele interessante Exponate stellte die DITF auf der Techtextil vor: z. B. flammfeste Ausrüstungen für Feuerwehrmänner oder Carbon-Filamente in unterschiedlichen Carbonisierungsstufen oder das Skelett Charlie, an dem verschiedene medizinische Textilien veranschaulicht werden.

Der Empfang

Ministerialdirektor Guido Rebstock lobte in seiner Begrüßungsrede die Techtextil und Texprocess als die wichtigsten internationalen Leitmessen für technische Textilien, Vliesstoffe sowie für die Verarbeitung von textilen und flexiblen Materialien. Dass die baden-württembergischen Textil- und Bekleidungsunternehmen die Potenziale und Chancen technischer Textilien erkannt hätten, sehe man daran, dass knapp ein Fünftel aller deutschen Aussteller aus Baden-Württemberg seien. „Das freut mich besonders“, erklärte Rebstock. Auch lobte er den baden-württembergischen Gemeinschaftstand. „Bei meinem Messerundgang konnte ich mich von der unvermindert großen Innovationskraft und Innovationsfähigkeit unserer Textil- und Bekleidungsunternehmen überzeugen.“ Südwesttextil-Präsident Bodo Th. Bölzle bedankte sich beim Ministerialdirektor als Vertreter der Landesregierung für seinen Besuch und die Förderung des Gemeinschaftsstandes. „Wir erkennen darin nicht nur das besondere Interesse der Politik an unserer Branche, sondern wir sehen darin auch eine Wertschätzung für die mittelständische Industrie.“