Terrorabwehr im textilen Mittelstand?

Das Zollseminar von Südwesttextil vermittelte wichtige Tipps für die Praxis

Der Status des Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten und die zunehmende Relevanz der Exportkontrolle im Textil- und Bekleidungsbereich standen im Mittelpunkt des gut besuchten Seminars "Quo vadis Zoll?", zu dem Südwesttextil gemeinsam mit Gesamtmasche am 15. Dezember in die Filharmonie Filderstadt eingeladen hatte. Mit Harald Neun von der Zoll- und Außenwirtschaftsberatung CCIT und Bernd Stadtler von der Hugo Boss AG konnten die Verbände zwei ausgewiesene Zollexperten mit langjähriger Branchenerfahrung für die Veranstaltung gewinnen.

Seit den Terroranschlägen des 11. September 2001 hat die EU die Kontrollen und Auflagen im Außenhandel spürbar verschärft. Das Thema Exportkontrolle betrifft schon längst nicht mehr nur den Handel mit Waffen und Rüstungsgütern. Besondere Vorschriften gibt es auch für Waren mit doppeltem Verwendungszweck, die so genannten Dual-Use-Güter.

Unternehmen, die ihre Zuverlässigkeit in der internationalen Lieferkette unter Beweis stellen wollen, können den Status des Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten (AEO) erwerben. Was anfangs als freiwilliges Gütesiegel gedacht war, wird inzwischen zur Quasi- Verpflichtung erhoben und verlangt einen großen bürokratischen Aufwand.

Mit zunehmender Außenhandelsorientierung der Branche stehen auch immer mehr Textil- und Bekleidungsfirmen direkt oder indirekt in Kontakt mit Embargo-Ländern. Die umfassenden, sich ständig ändernden Sanktionslisten, sind von allen Wirtschaftsbeteiligten strengstens zu beachten – auch bei nationalen Geschäften. Im Rahmen der Compliance-Vorschriften, die Maßnahmen für das regelkonforme Verhalten eines Unternehmens und seiner Mitarbeiter mit Blick auf entsprechende Ge- und Verbote enthalten, entstehen umfassende Dokumentationspflichten.