textil+mode im politischen Dialog

Technische Textilien sind Werkstoff für Innovationen in vielen Branchen

Parlamentarischer Abend

Vor rund 80 geladenen Gästen aus Bundestag, Bundes- und Landesministerien, Textilunternehmen und -verbänden sowie textilen Forschungszentren eröffnete t+m-Präsidentin Ingeborg Neumann am 2. April den ersten gemeinsamen Parlamentarischen Abend von Gesamtverband textil+mode und Forschungskuratorium Textil. Die Veranstaltung fand in unmittelbarer Nachbarschaft des Reichstages in den Räumen der Parlamentarischen Gesellschaft statt, Schirmherr war der Abgeordnete Robert Hochbaum.

Ingeborg Neumann sprach in ihrer Einleitung pointiert von einer "Revolution des Bauens" mit verbundfaserverstärktem Beton: Er ist wesentlich leichter, fester und haltbarer als Stahlbeton. Deswegen trägt er zum Energiesparen bei und ist Teil des ressourcenbewussten Umgangs mit Baumaterial. Weil Textilbeton wesentlich dünner sein kann und deswegen die Herstellung am Bau schneller geht, ist er im Ergebnis auch nicht teurer als Stahlbeton, die längere Haltbarkeit führt sogar zu einem niedrigeren volkswirtschaftlichen Gesamtpreis.

Außerdem bedankte sich Ingeborg Neumann bei Parlamentariern und Verwaltungsmitarbeitern für die substanzielle und nachhaltige Forschungsförderung und gab der Hoffnung Ausdruck, dass diese wirkungsvolle Strukturförderung für den Mittelstand auch künftig erhalten oder sogar noch ausgebaut werde. Angesichts von rund 150 Milliarden Euro jährlichen Bauvolumens in Deutschland seien 50 Millionen Euro Forschungsförderung gut investiertes Geld für die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft. Zugleich gab die t+m-Präsidentin erneut ihrer Sorge Ausdruck, dass die hohen Energiepreise schon mittelfristig zu Investitionsentscheidungen gegen den Standort Deutschland und einem damit verbundenen Rückgang industrieller Arbeitsplätze führen könnte. Sie erwarte hier eine andere Konzeption für die grundsätzlich richtige "Energiewende".

Im Anschluss präsentierten Prof. Thomas Gries (RWTH Aachen), Prof. Jan Knippers (Uni Stuttgart), Roy Thyroff (Fa. Fraas) und Prof. Manfred Curbach (TU Dresden) anschauliche Beispiele für Textiles Bauen in verschiedenen Anwendungsbereichen.

Am Parlamentarischen Abend wurde auch die neue Broschüre des Forschungskuratoriums Textil vorgestellt: "Bauen mit Fasern. Textilbeton und -membranen für die Architektur des 21. Jahrhunderts." Die Broschüre kann unter http://www.textilforschung.de/medien heruntergeladen werden.