Textilbündnis: Internationale Verankerung angestrebt

Die deutsche Textilwirtschaft sieht in der Gründung des Textilbündnisses einen Paradigmenwechsel bei der Gestaltung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverband textil+mode
Foto: Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverband textil+mode
© textilbuendnis/t.ecke

Bei der Bewältigung der Herausforderungen globaler Handels- und Lieferketten setzt die Branche auf einen engen Schulterschluss von Staat, Zivilgesellschaft und Unternehmen. Nur gemeinsam können die sozialen und ökologischen Produktionsbedingungen in bestimmten Lieferländern nachhaltig verbessert werden. Dies bekräftigten Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie, und Josef Sanktjohanser, Präsident des Handelsverbandes Deutschland, anlässlich des Jahrestages der Gründung des Bündnisses für nachhaltige Textilien am 15. Oktober in Berlin.

Das Bündnis kann zur Aktionsplattform für eine Allianz werden, die sich auf internationaler Ebene für eine nachhaltige textile Lieferkette einsetzt. „Deshalb engagieren sich Unternehmen und Wirtschaftsverbände für den Erfolg des Projekts “, sagt Ingeborg Neumann. Nach dem Beitritt der beiden Dachverbände und zahlreicher Unternehmen aus Handel und Industrie im Juni haben die Verbände eine Informationskampagne aufgesetzt und systematisch über Ziele und Inhalte des Textilbündnisses informiert. Seitdem konnten mehr als
60 Unternehmen als neue Bündnismitglieder geworben werden.

„Maß finden und Maß halten“ ist eine grundlegende Maxime unserer Arbeit als Unternehmen der deutschen Textil- und Modeindustrie. Das gilt auch für die Arbeit des „Textilbündnisses“

Präsidentin Ingeborg Neumann

Die Textilwirtschaft strebt eine möglichst breite internationale Verankerung an, um genügend Schubkraft für Verbesserungen in den Produktionsländern und Wettbewerbsgleichheit zu ermöglichen. „Hier ist auch die Politik gefragt, den zwischenstaatlichen Prozess zum Erfolg zu führen“, sagt Josef Sanktjohanser.

Deshalb ist für die Arbeitsgruppen des „Textilbündnisses“ ein ambitionierter Zeitplan vereinbart worden. Insbesondere zur Produktionsökologie und zu fairen Arbeitsbedingungen werden in 2016 erste Ergebnisse erwartet.

Bisherige Aktivitäten

  • t+m und HDE haben gemeinsam mit den Mitgliedsverbänden eine Reihe von Informationsveranstaltungen für insgesamt mehr als 300 Unternehmen durchgeführt. Weitere Veranstaltungen sind bereits terminiert.
  • t+m hat online das „Forum Nachhaltigkeit“ aufgebaut. Hier finden Unternehmen neben speziellen Informationen zu CSR auch Leitfäden und Online-Tools zur Umsetzung von CSR-Strategien.
  • t+m hat den Code of Conduct der deutschen Textil- und Modeindustrie überarbeitet – eine Orientierungshilfe für viele Unternehmen.
  • t+m-Präsidentin Ingeborg Neumann hat im Juni 2015 mit Industrievertretern der G7-Staaten über globale Lieferketten gesprochen.
  • t+m engagiert sich in der Flagship-Initiative der OECD zur Lieferkette.