Textile Frauenpower

Die weiblichen Azubis haben beim Gatex-Abschluss die Nase vorn

Seit 26. Juli hat die Textilbranche 20 junge und sehr gut ausgebildete Fachkräfte mehr. Mit einem Berufsabschluss und dem so genannten Gatex-Zertifikat in der Tasche wurden die Absolventen bei einer Abschlussfeier in der Gatex, dem Ausbildungszentrum der Textilindustrie in Bad Säckingen, ins Berufsleben verabschiedet. Vor allem drei weibliche Nachwuchskräfte konnten in diesem Jahr bei der Zusatzprüfung zur Erlangung des Gatex-Zertifikats glänzen: Michelle Salg, frisch ausgebildete Produktionsmechanikerin von der Global Safety Textiles GmbH, erzielte mit 95 von 100 Punkten das beste Ergebnis. Es folgten Melanie Gehrmann, Produktionsmechanikerin von der Zwirnerei an der Wutach, mit 91 Punkten und die Textillaborantin Sabrina Steffen von der Lauffenmühle mit 90 Punkten. Der Prüfungsdurchschnitt lag bei 72 Punkten. Die Theorie-Prüfung umfasst je nach Ausbildungsberuf die Themen Fachrechnen, Fachkunde und Bindungslehre. Zum Bestehen müssen mindestens 50 Punkte erreicht werden.

"Wir freuen uns, dass in diesem Jahr schon der fünfte Azubi-Jahrgang die Gatex-Zertifikat-Sonderprüfung abgelegt hat. Diese in der Branche anerkannte und geschätzte Zusatzqualifikation verschafft den Absolventen größere Chancen auf dem textilen Arbeitsmarkt", erklärte der Vorsitzende der Gatex, Georg Saint-Denis, anlässlich der Urkundenverleihung. Besonders freue er sich darüber, dass in einem von Männern dominierten Beruf dieses Mal die Frauen die Nase vorn gehabt hätten. Das Ergebnis zeige auch, dass motivierte junge Leute offenbar in der Textilindustrie, in der vor allem die technischen Textilien auf dem Vormarsch seien, attraktive berufliche Perspektiven erkennen würden. Und das sei unabhängig vom Geschlecht, betonte Saint-Denis.

Neben der Theorie wird die Praxis in der Gemeinschaftsausbildungsstätte der Textilindustrie großgeschrieben. Im Gatex-Technikum werden an modernen Textilmaschinen die Berufe Produktionsmechaniker in den Fachrichtungen Spinnerei und Weberei, Textillaborant und Produktveredler berufsbegleitend ausgebildet. Der große Vorteil dabei ist, dass die Auszubildenden so einen Einblick in alle Bereiche der textilen Wertschöpfungskette bekommen. Dadurch erhalten sie ein breiteres Fachwissen und größere praktische Übung als ein einzelner Betrieb leisten kann.