Textile (R)Evolution

Das Forschungskuratorium Textil setzt seinen Streifzug durch die Welt der textilen Materialien mit dem zweiten Band der Broschürenreihe "Textile (R)Evolution" unter dem Titel "Im Abendkleid unterm Autohimmel" fort.

Wie im ersten Band "Vom Nylonstrumpf zum Flugzeugrumpf" werden die Entstehungs- und Erfolgsgeschichte von textilen Innovationen vorgestellt. Das Spektrum reicht dabei von ganz alltäglichen bis hin zu außergewöhnlichen Produkten und Anwendungen – eben vom Abendkleid, dem Kleinen Schwarzen, bis zum Autohimmel aus Leuchttextilien.

Zentrale Idee der Broschüre ist die Präsentation verschiedenster textiler Produkte von A wie Antimikrobielle Textilien bis Z wie Zentrifugenspinnen und deren Auswirkungen auf unser tägliches Leben. Ob in der Anwendung im Alltag, als Industriemaschinen, in der Bauwirtschaft, im Umweltschutz oder als Kleidungsstücke haben viele der vorgestellten Beispiele regelrecht (Kultur-)Geschichte geschrieben. Ein besonderes Anliegen der "Textilen (R)Evolution" ist die Darstellung der historischen Hintergründen und Wurzeln, das Nachvollziehen der Ausgangsidee, der Weiterentwicklung bis hin zur Marktreife, aber auch das Aufzeigen des heutigen Standes der Technik im jeweiligen Bereich sowie weiterer künftiger Entwicklungspotentiale.

Ein populäres Beispiel ist die Entwicklung des Klettverschlusses: ein Schweizer Ingenieur analysiert 1948 unter dem Mikroskop den Haltemechanismus der Früchte der Großen Klette und entdeckt dabei winzige elastische Häkchen. Aus Textilfasern kreiert er nach dem Vorbild der Natur den Klettverschluss, nach dem Knopf- und Reißverschluss den dritten Klassiker der reversiblen Textilverbindungen. Heutzutage gibt es zahlreiche Produktvarianten des Klettverschlusses abgestimmt auf die jeweiligen Einsatzgebiete wie z. B. den selbstlöschenden Klettverschluss für die Luftfahrtindustrie.

Im Unterschied zu früher, wo Erfindungen von einer einzigen Person häufig per Zufall oder aus purer Notwendigkeit zur Verbesserung einer bestimmten Situation heraus getätigt wurden,
überwiegt heute die koordinierte Forschung geprägt von interdisziplinärem Charakter und branchenübergreifender Zusammenarbeit. Diese koordinierte Forschung nach neuen Produkten, Anwendungen und Technologien im textilen Bereich wird erst ermöglicht durch die Arbeit des Forschungskuratoriums Textil, das die Interessen der einzelnen Sparten der Textilindustrie bündelt.