Textiler auf Erholungskurs

Knauer wirbt für Innovationen

"Zum vierten Mal schon haben wir gemeinsam mit dem Gesamtverband der deutschen Maschenindustrie zu unserer Jahresversammlung geladen – Ausdruck für ein gelungenes Zusammenrücken zweier unterschiedlicher Verbände, die seit 16 Monaten auch erfolgreich eine gemeinsame Geschäftsstelle mit vielen Synergien unterhalten", lobte Südwesttextil-Präsident Armin Knauer in seiner Eröffnungsrede vor über 200 Gästen diese starke Verbindung.

Das Jahr 2009 sei für viele Wirtschaftszweige, wie auch für die Textil- und Bekleidungsindustrie ganz besonders schwierig gewesen. Deshalb registriere der Verband derzeit mit einer gewissen Erleichterung den Prozess der Bodenbildung. Dies zeige auch der vierteljährlich ermittelte Geschäftsklimaindex, der nach dem ersten Quartal dieses Jahres wieder im positiven Bereich angekommen sei.

Trotzdem wisse man aus früheren Krisen, dass sich die Erholung danach nur schwach auspräge. "Wir liegen sicher nicht falsch, wenn wir uns trotz der derzeitigen Konjunkturerholung auf eine weiter nur wenig dynamische Nachfrage einstellen", analysierte Knauer.

Aber gerade der Mittelstand sei in der Lage auch Positives aus Marktveränderungen zu ziehen. Flexible Möglichkeiten im Bereich des Personalmanagements wie die Kurzarbeit und die ausgewogene Tarifpolitik des letzten Tarifabschluss würden dies widerspiegeln.

Wichtig sei es jetzt, den richtig eingeschlagenen Weg fortzusetzen. So müssten z. B. Antworten auf das immer drängender werdende demografische Problem in den Betrieben gefunden werden und Firmen müssten sich weiter in der Aus- und Weiterbildung ihres eigenen Nachwuchses engagieren.
Südwesttextil flankiere dieses Engagement mit der Ausbildungsinitiative proazubi 200 plus und schaffte seit 2004 330 zusätzliche Ausbildungsstellen in 80 Unternehmen.

Wieder ins Bewusstsein gerückt werden müsse auch die Notwendigkeit, sich durch Innovationen eine gewisse Unabhängigkeit im Markt zu verschaffen. Hierbei wären die textilen Forschungsinstitute Denkendorf und Hohenstein wichtige Partner. Ein Zeichen dafür sei die im letzten Jahr gemeinsam gestartete textilübergreifende Clusterinitiative "Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg".