Textiles Wohnen erfreut sich europaweit steigender Kauflust

Deutschland liegt hinter Schweiz und Österreich auf Platz drei

Privater Konsum, Bauboom, Mega- und Lifestyle-Trends sorgen für Wachstum in der Haustextilien- Branche: Seit 2012 wächst der deutsche Haustextilien-Markt Jahr für Jahr. So kauften die Deutschen 2015 für 5 314 Millionen Euro Bettwaren, Haus- und Tischwäsche. Und in den nächsten beiden Jahren werden sie sich ihre textile Gemütlichkeit noch mehr kosten lassen. Das ist keine Einzelentwicklung, weiß Wolfgang Richter, Geschäftsführer der RegioData Research GmbH. Denn nach den Erkenntnissen des neuen Kooperationspartners von Marketmedia24 stehen europaweit „die Marktchancen für das textile Wohnen aufgrund der wieder steigenden Konsumlust in wichtigen Märkten recht gut. Dazu kommt das veränderte Kundenverhalten: noch mehr Individualität und Abwechslung. Die Herausforderung für den stationären Handel wird es jedoch sein, die seit etwa zwei Jahren massiv steigenden Online-Anteile der Pure Player künftig in Grenzen zu halten.“

Die deutsche Heimtextilien-Industrie ist zuversichtlich. Dafür sorgen die Rahmenbedingungen, und die Kauflust der Deutschen. Schon im ersten Halbjahr 2015 hatte vor allem die Inlandsnachfrage (+2,1 Prozent) für Wachstumsimpulse gesorgt, so Martin Auerbach, Geschäftsführer Verband der Deutschen Heimtextilien-Industrie e.V., in seiner Halbjahresbilanz. Wenn nun auch aus dem europäischen Markt positive Signale abgeleitet werden, könnten sich auch die Export-Sorgen der deutschen Industrie abschwächen. Doch bis zur Schweiz, dem Europameister in Sachen Wohnkauflust mit einer durchschnittlichen Pro-Kopf- Ausgabe für Heimtextilien und Möbel von 718,8 Euro, ist es hierzulande noch weit. Mit einer Pro-Kopf- Ausgabe von 579,1 Euro rangieren die Deutschen sogar noch hinter Österreich (587,5 Euro) auf Platz drei.

Insgesamt aber hat der deutsche Markt große Lust auf textiles Wohnen. Wenn auch nicht jede Warengruppe davon gleichermaßen profitiert. Hohe Ausgabebereitschaft besteht für die Themen rund um den guten und gesunden Schlaf. Der größte Haustextilien-Teilmarkt – die Bettwaren – generierte 2015 immerhin 4 500 Millionen Euro und wird bis 2017 noch einmal um 14,4 Prozent zulegen.

Ein Mode-Opfer in der Haustextilien-Branche bleibt die Tischwäsche. Das Marktvolumen dieses kleinsten Haustextilien-Teilmarktes verlor auch 2015 einmal mehr und hat seit 2011 immerhin um fast 15 Prozent nachgegeben. Und die Aussichten auf Besserung sind gering.