Textilindustrie als Innovationstreiber

Kooperation zur Clusterbildung gegründet

Mit der feierlichen Unterzeichnung einer Vereinssatzung haben am 27. Januar Vertreter aus Industrie, Forschungsinstituten, Wirtschaftsministerium, Kammern und Verbänden den Grundstein für ein neues textilübergreifendes Netzwerk gelegt. Unter dem Namen "Allianz Faserbasierte Werkstoffe Baden-Württemberg" (AFBW) soll die Vernetzung und Kooperationsanbahnung von Unternehmen verschiedener Branchen und den wirtschaftsnahen Forschungsinstituten erleichtert werden.
Außer auf die Textil- und Bekleidungsindustrie zielt das Cluster auf Unternehmen aus Anwendungsbereichen wie Automobil, Luft- und Raumfahrt, Bauindustrie, Medizin- und Energietechnik.
"Wir werden damit die Innovationen in unserer Industrie deutlich vorantreiben", ist Südwesttextil-Hauptgeschäftsführer Dr. Markus H. Ostrop überzeugt.
Gemeinsam mit den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung und den Hohenstein Instituten hat er die Clusterbildung initiiert. Zu den Gründungsmitgliedern zählen auch die IHK Reutlingen und der Landesverband der baden-württembergischen Industrie, unter dessen Dach die AFBW beheimatet sein wird. "Aus unternehmerischer Sicht bietet die Clusterbildung den Vorteil, dass eine Plattform für einen Dialog zwischen verschiedenen Unternehmen, Wissenschaftlern und der Politik geschaffen wird", meint Christoph Larsen Mattes, Geschäftsführer von Mattes und Ammann, der zum ersten Vorsitzenden der Allianz Faserbasierte Werkstoffe gewählt wurde. In das Cluster integrierte Unternehmen profitieren von der Stärkung ihrer Innovations-, Wettbewerbs- und Anpassungsfähigkeit. Die Allianz Faserbasierte Werkstoffe wird künftig unter anderem branchenspezifische Veranstaltungen zur Information, Weiterbildung und Vernetzung für Unternehmer, Wissenschaftler und Dienstleister anbieten. Dabei steht sie allen Unternehmen und Interessenten offen, die in irgendeiner Weise auf dem Gebiet faserbasierter Werkstoffe tätig sind. Darüber hinaus wird sie die Clusterpartner beim Aufbau eines technologisch getriebenen Innovationsmanagements zur Erhöhung ihrer Innovationskraft unterstützen. Dabei wird sich die AFBW auch um die Einwerbung öffentlicher Fördermittel bemühen, die zur Stärkung regionaler Wirtschaftsstrukturen bereitgehalten werden.

Was ist eigentlich ein Cluster?

Unter einem Cluster wird die geographische Konzentration von Unternehmen, Einrichtungen aus Wissenschaft und Forschung sowie weiteren unterstützenden Organisationen in einem Kompetenzfeld verstanden, die möglicherweise im Wettbewerb miteinander stehen und trotzdem miteinander zielgerichtet kooperieren, um gemeinsam einen Mehrwert zu erzielen.

Solche Cluster leben von dem Zusammenspiel der Akteure. Sie verfügen über aktive Kanäle für wirtschaftliche Transaktionen, Dialog und Kommunikation. Die Kooperationen können unterschiedliche Formen umfassen und beinhalten sowohl formelle als auch informelle Austauschbeziehungen. Sie sind zielgerichtet und dienen dazu, die Effizienz zu steigern und eine verstärkte Anknüpfung an die Wissenschaftsinfrastruktur vorzunehmen. Das Spektrum der Beziehungen umfasst u.a. Produktions-, Dienstleistungs- und Entwicklungsprozesse für gemeinsame oder komplementäre Produkte und Verfahren sowie die Entwicklung und den Einsatz von Leittechnologien und Querschnittskompetenzen, die Nutzung gemeinsamer Distributionskanäle oder anderer Ressourcen und Humankapital.

Vorteile für Clusterpartner:

- Sie haben leichteren Zugang zu spezialisierten Lieferanten.
- Kurze Wege und eine Cluster-spezifische Infrastruktur bringen
Kostenvorteile und dazu auch eine geringere Störanfälligkeit bei
Just-in-time-Lieferungen.
- Sie erzielen Synergieeffekte durch abgestimmtes Marketing und
gemeinsame Messeauftritte.
- Sie kommen leichter und schneller und damit auch
kostengünstiger an innovations- und marktrelevante
Informationen.
- Sie finden leichter gut ausgebildete Arbeitskräfte.
- Sie haben schnelleren Zugang zu Institutionen und staatlichen
Angeboten, z.B. im Bereich des Technologietransfers.
- KMU erlangen in Netzwerken Informationen, Erfahrungswissen
bzw. Zugang zu Partnern, wodurch ein Engagement auf
Auslandsmärkten oder in neuen Marktfeldern erleichtert wird.