Textilindustrie: forschungsnah und nachhaltig

Präsidentin Ingeborg Neumann in Südkorea über Zukunftstrends der Branche

Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie, sprach gestern auf dem Deutsch-Koreanischen Wirtschaftskongress in Seoul über Trends und Entwicklungen der Textilindustrie. Vor mehr als 200 Unternehmern sowie Vertretern aus Verwaltung und Institutionen betonte sie die Bedeutung von forschungsintensiven Innovationen sowie nachhaltiger Produktion.

Die intensive Zusammenarbeit deutscher Textilproduzenten mit Textilforschungsinstituten ist eine wesentliche Grundlage für die hohe Innovationskraft der Unternehmen

Ingeborg Neumann, Präsidentin des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie

„Die intensive Zusammenarbeit deutscher Textilproduzenten mit Textilforschungsinstituten ist eine wesentliche Grundlage für die hohe Innovationskraft der Unternehmen. Hieraus entstehen immer wieder Produktneuheiten, die Deutschlands Weltmarktführerschaft im Bereich technischer Textilien sichern“, erklärt Ingeborg Neumann. Die deutsche Textilindustrie sei eine wichtige Zulieferbranche zum Beispiel für die Luft- und Raumfahrtindustrie und die Automobilindustrie. Auch für die Medizin- und Hygienetechnik sei die deutsche Textilindustrie ein Innovationsmotor. Zum Beispiel seien neue Gewebe optimale Träger für die Ansiedelung von Zellkulturen.

Seit Jahren engagieren sich viele deutsche Unternehmen für eine nachhaltige Produktion im In- und Ausland. Allerdings sei Nachhaltigkeit ein fortwährender Prozess, betont Ingeborg Neumann: „Wir können und wollen aber noch besser werden.“

Die deutsche Textil- und Bekleidungsindustrie ist mit etwa 1 400 Unternehmen und 130 000 Beschäftigten im Inland die zweitgrößte Konsumgüterindustrie in Deutschland. Deutsche Textil- und Modeunternehmen erwirtschaften einen Jahresumsatz von rund 31 Milliarden Euro (davon 60 % Textil, 40 % Bekleidung) und sind damit in Europa führend. Textilunternehmen sind wichtige Zulieferer für Branchen wie Automobil, Luft- und Raumfahrt, Medizin, Geotechnologie etc. Der Gesamtverband textil+mode (t+m) ist der Dachverband der deutschen Textil- und Modeindustrie. t+m vertritt die Interessen der Branche in den Bereichen der Wirtschafts- und Sozial- sowie Tarif- und Bildungspolitik. In Moskau und Shanghai gibt es Kooperationsbüros des Verbandes. Im Büro Berlin befindet sich außerdem der Arbeitgeberverbund, zu dessen Aufgaben Tarif-, Sozial- und Bildungspolitik gehören.