Rechtssichere Etikettierung und Kennzeichnung

Ihr Weg durch den Kennzeichnungs-Dschungel“. Unter diesem Motto wurde den Teilnehmern des am 16. Januar von Südwesttextil in der Filharmonie Filderstadt veranstalteten Seminars Basics Textilkennzeichnung ein umfassender Überblick über die nach der europäischen Textilkennzeichnungsverordnung zu beachtenden Anforderungen an die Bezeichnung von Textilfasern sowie die Etikettierung und Kennzeichnung von Textilerzeugnissen vermittelt.

Dipl.-Ingenieur (FH) für Textilchemie und Textilveredelung Stefan Thumm
Foto: Dipl.-Ingenieur (FH) für Textilchemie und Textilveredelung Stefan Thumm
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Die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben wird von Behörden wie Marktbegleitern aufmerksam beobachtet. Mit 44 Teilnehmern entsprechend gut besucht war die Veranstaltung, in der Robert Marx, Syndikusrechtsanwalt bei Südwesttextil und Ansprechpartner für Fragen der Textilkennzeichnung, den Teilnehmern nicht nur tiefe Kenntnisse der rechtssicheren Kennzeichnung von Textilerzeugnissen vermittelte, sondern auch so praxisrelevante Fragen wie Aufbewahrungspflichten, Voraussetzungen einer zulässigen „Made in“-Kennzeichnung, Anforderungen an die verpflichtende Herstellerangabe nach dem ProdSG und mögliche Sanktionsrisiken mit den Teilnehmern besprach.

Dr. Alexander Alpmann gab den Teilnehmern praktische Einblicke unter anderem in quantitative und qualitative Methoden zur Faserbestimmung.
Foto: Dr. Alexander Alpmann gab den Teilnehmern praktische Einblicke unter anderem in quantitative und qualitative Methoden zur Faserbestimmung.
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Südwesttextil-Referent für Technik und Umwelt Stefan Thumm, Dipl.-Ingenieur (FH) für Textilchemie und Textilveredelung, rundete das Thema der textilen Kennzeichnung mit einem Erfahrungsaustausch über die selbst für Fachleute sehr komplexe europäische Biozidverordnung ab. Aus dieser ergeben sich Anforderungen für Textilerzeugnisse mit Hygieneausrüstung, Geruchsinhibierung oder Pilz- und schimmelhemmender Ausstattung. Dabei beantwortete er unter anderem die Frage, unter welchen Voraussetzungen die Verwendung von Bioziden an Textilerzeugnissen zu kennzeichnen ist und hob speziell die Bedeutung eines informierten Marketings hervor. Zur Veranschaulichung präsentierte Stefan Thumm unter interessierten Teilnehmern Beispiele kritisch zu betrachtender Werbeaussagen wie „schützt vor bakterieller Infektion und Übertragung“, „killt 99 Prozent der Bakterien“ oder „bekämpft Keime“.

Darüber hinaus erhielten die Teilnehmer durch den Kooperationspartner von Südwesttextil, die Hohenstein Group, fachlich kompetent repräsentiert durch Dr. Alexander Alpmann, praktische Einblicke in quantitative und qualitative Methoden zur Faserbestimmung, die Pflegekennzeichnung nach GINETEX sowie die bei der Kennzeichnung von zertifizierter Kleidung nach Maßgabe der jeweiligen PSA-Kategorie zu beachtenden besonderen Anforderungen. Neben einem gemeinsamen Erfahrungsaustausch stellten sich die Experten in einer abschließenden Diskussionsrunde den Fragen der Teilnehmer und konnten so auch Antworten auf individuelle Problemstellungen geben.

Fazit: Ihr „Weg durch den Kennzeichnungs-Dschungel“ ist bereitet.