Textilland Türkei wird attraktiver

Kooperations-Veranstaltung von Südwesttextil und Gesamtmasche in Stuttgart

Die Türkei zählt seit vielen Jahren zu den wichtigsten Textil- und Bekleidungslieferanten Deutschlands. Im vergangenen Jahr kamen Textilwaren im Wert von knapp 4 Mrd. Euro aus dem Land am Bosporus – das ist ein Anteil von nahezu 12 Prozent an der gesamten Brancheneinfuhr. Umgekehrt ist Deutschland der bedeutendste Absatzmarkt für türkische Textil- und Bekleidungsunternehmer. Fast ein Fünftel der gut 21 Mrd. Euro schweren Ausfuhren ging an deutsche Kunden.

Die Textilwirtschaft zählt mit einem Anteil von 8 Prozent am Bruttoinlandsprodukt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen der Türkei. 19 Prozent der gesamten Exporteinnahmen entfallen auf die Branche, die wichtigster Devisenbringer nach dem Tourismus ist. Doch die Türkei steht längst für mehr als nur preisgünstige Exportproduktion.

Die türkische Wirtschaft wächst dynamisch, 2010 um über 8 Prozent. In den vergangenen zehn Jahren haben sich Bruttoinlandsprodukt wie Pro-Kopf-Einkommen mehr als verdreifacht. Neben den Handelsbeziehungen zu Europa baut das Land seine Bande in die arabische Welt und nach Zentralasien aus. Dadurch gilt die Türkei bereits als Wirtschaftsdrehscheibe in Nah- und Mittelost.

Die junge, konsumfreudige Bevölkerung lässt den Textileinzelhandel gedeihen. Entsprechend stark ist der Fluss von Auslandsdirektinvestitionen in den Retail-Sektor, der selbst im Krisenjahr 2009 um satte 14 Prozent zunahm. Alleine in diesem Jahr öffnen rund 50 neue Shopping Malls in der Türkei ihre Tore. Die Zahl der Einkaufsparadiese steigt somit auf über 300 mit einer Gesamtverkaufsfläche von 8 Millionen Quadratmetern. In diesem Umfeld bietet nicht nur die Exportproduktion, sondern zunehmend auch der boomende Inlandsmarkt Chancen für einheimische wie ausländische Unternehmen. Internationale Marken erweitern ihre türkischen Fertigungskapazitäten und setzen gleichzeitig verstärkt auf den Ausbau ihrer Shops.

Die Arbeitskosten am Bosporus sind nach wie vor attraktiv, auch wenn sich an manchem osteuropäischen Standort billiger produzieren lässt. Doch das Lohngefälle spielt beim Engagement deutscher Firmen nicht mehr unbedingt die wichtigste Rolle. Vor allem mit der asiatischen Billiglohnkonkurrenz könnte die Türkei kaum mithalten. Ihr entscheidender Vorteil ist ein einzigartiger Mix aus Wettbewerbsfähigkeit und Marktnähe. Die rasche Erreichbarkeit verbunden mit einer vollständigen textilen Wertschöpfungskette, textilem Knowhow und Flexibilität wiegen Kostennachteile gegenüber Fernost in vielen Fällen auf.

Marktinformationen, Erfahrungsaustauch, Business-Kontakte

Am 25. Oktober 20011 laden Südwesttextil und Gesamtmasche gemeinsam mit dem türkischen Textilverband ITKIB zum Kooperationstag nach Stuttgart ein. Die Veranstaltung wird vom türkischen Generalkonsulat sowie vom Wirtschafts- und Finanzministerium Baden-Württemberg unterstützt. Deutsche und türkische Branchenvertreter werden im Haus der Wirtschaft zu Trends in den textilen Handelsbeziehungen sowie zur Markt- und Branchenentwicklung in der Türkei berichten. Der Nachmittagsteil der Veranstaltung ist dem Networking und B2B-Gesprächen gewidmet. ITKIB wird mit ca. 30 türkischen Unternehmern aus unterschiedlichen Bereichen der textilen Kette nach Stuttgart kommen. Mitgliedsunternehmen, die sich für Kontakte zu türkischen Partnern interessieren, können ihre Geschäftswünsche ab sofort bei Südwesttextil bekanntgeben. Kontakt: Silvia Jungbauer, [javascript protected email address], Tel.: 0711 – 21050-13.

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