Großes Interesse an digitalen Lösungen

Gut ein halbes Jahr nach Startschuss des Kompetenzzentrums „Textil vernetzt“ zeigt sich: Das Interesse der deutschen Textilindustrie an Digitalisierungsmöglichkeiten ist groß. Nach der Eröffnung des Berliner Showrooms und der Partner-Schaufenster in Aachen, Chemnitz und Denkendorf, die die Möglichkeiten des digitalen Wandels in der Textilindustrie veranschaulichen, haben bislang bereits knapp 40 Unternehmer den Kontakt zum Mittelstandsnetzwerk geknüpft.

Für Anja Merker, Geschäftsführerin von Textil vernetzt, zeigen die ersten Veranstaltungen bundesweit, dass das Kompetenzzentrum mit seinen verschiedenen Schwerpunkten passgenau auf die Bedürfnisse der Unternehmen zugeschnitten ist. „Die Zahl der interessierten Unternehmen ist ein Beweis dafür, dass wir unser Netzwerk richtig aufgestellt haben und für die Fragen unserer mittelständischen Unternehmen die richtigen Ansprechpartner und Experten zur Verfügung stellen können.“

Für Yves-Simon Gloy, Institutsleiter des Sächsischen Textilforschungsinstitutes (STFI) in Chemnitz, ist „die hohe textile Forschungsdichte in Deutschland ein Garant dafür, dass die deutsche Industrie bei technischen Textilien Weltmarktführer ist und mit intelligenten Produkten weltweit Standards setzt“. Alexander Artschwager, Projektleiter an den Deutschen Instituten für Textil- und Faserforschung (DITF) im baden-württembergischen Denkendorf, gab bei der Informationsveranstaltung einen Überblick über die gesamte Palette der textilen Möglichkeiten: von smarter Bekleidung über Medizinprodukte bis hin zum textilen Leichtbau und Komponenten in Autos und Flugzeugen. „Textil formt die moderne Welt und das Netzwerk gibt uns die Möglichkeit, unsere wissenschaftlichen Ergebnisse noch enger als bisher mit der praktischen Anwendung in den Unternehmen zu verknüpfen“. Karl-Peter Fritz, stellvertretender Institutsleiter von Hahn-Schickard in Stuttgart, führte in die Möglichkeiten ein, wie „Maschinen in der textilen Produktion mittels smarter Sensortechnik für digitale Anwendungen aufgerüstet“ werden können. Für Alisa Foit, Projektleiterin & Öffentlichkeitsbeauftragte am Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University, sind durch die Digitalisierung gerade für die Textilindustrie in Deutschland große Entwicklungssprünge möglich, „die das Kompetenzzentrum sichtbar und für die Unternehmen ganz praktisch anwendbar macht“.

Vorteilhaft für die Textilunternehmer ist die räumliche Nähe zu den Partnern von Textil vernetzt, die in den textilen Hotspots in Deutschland zuhause sind: die DITF und Hahn-Schickard in Süddeutschland, das ITA in Nordrhein-Westfalen und das STFI in Sachsen und Thüringen. Bei Interesse erfolgen individuelle Gespräche mit den Unternehmern entsprechend ihrer unternehmerischen Ausrichtung.

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Textil vernetzt setzt sich aus den vier Partnern Deutsche Institute für Textil- und Faserforschung Denkendorf (DITF), Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University, Hahn-Schickard und Sächsisches Textilforschungsinstitut (STFI) unter Leitung des Gesamtverbandes textil+mode zusammen. Dabei stehen die Schwerpunkte Arbeit 4.0, vernetzte Produktion, durchgängiges digitales Engineering und smarte Sensortechnik im Mittelpunkt. Textil vernetzt ist Teil des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital“, der vom BMWi initiiert wurde, um die Digitalisierung in KMU und dem Handwerk voranzutreiben.