Politik trifft Textilwirtschaft und -forschung

Im Forschungskuratorium Textil fand am 26. September ein Fachgespräch über aktuelle und künftige Forschungsförderung statt

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Gegenstand war die Förderung themenoffener Forschung für die mittelständisch geprägte deutsche Industrie. Die Fördereffizienz im Mittelstandsnetzwerk als Bindeglied zwischen Grundlagenforschung und industrienaher Entwicklung soll gestärkt werden. Anwesend waren 20 Vertreter von Politik, Verwaltung, Interessensverbänden, Textilforschung und Textilwirtschaft im Forschungskuratorium Textil.

Iris Gleicke, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundeswirtschaftsministerium, betonte die Wichtigkeit themenoffener Forschungsförderung für den Mittelstand, die gerade auch Branchen wie der Textilwirtschaft beim Strukturwandel helfen können. Das Bundeswirtschaftsministerium hat mit dem Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand ZIM und der Industriellen Gemeinschaftsforschung IGF zwei Programme, die sich an den Bedürfnissen der Industrie orientieren und sich ideal ergänzen.

Dort, wo Wirtschaft und Wissenschaft im Verbund agieren, sieht Thomas Rachel, MdB, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, besondere Erfolgsaussichten: „Industrie und Wissenschaft müssen immer zusammen gedacht werden. So entstehen aus Ideen Innovationen für den internationalen Wettbewerb. Spitzenclusterförderung, Forschungscampi und Forschungsverbünde wie beispielsweise futureTEX bündeln Innovationskräfte und geben Wachstumsimpulse für den innovativen Mittelstand.“ Er betonte zudem, dass auch die nicht so forschungs- und fördernahen kleinen und mittelständischen Unternehmen verstärkt angesprochen werden müssen.

„Mit dem neuen Zehn-Punkte-Programm ‚Vorfahrt für den Mittelstand‘ hat das BMF ein richtungsweisendes Paket zusammengestellt, mit dem wir den Mittelstand dabei unterstützen, mehr in Zukunftslösungen zu investieren.“

Thomas Rachel

Die Vertreter der Textilindustrie betonten die große Bedeutung der Forschungsförderung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen. Die Unternehmen regten unbürokratische, schnellere und transparente Antragsverfahren an. Etablierte Fördermaßnahmen sollten gestärkt werden, insbesondere themenoffene Programme, um mehr industrierelevante Projekte realisieren zu können.
Der Nutzen für Unternehmen könne noch intensiver als bisher kommuniziert werden: Die Textilforschung dient auch der Fachkräftewerbung. Unternehmen sollten deshalb offener darüber berichten, wie sie Forschungsergebnisse für ihre Produkt- und Prozessentwicklung nutzen. Auch aus Fehlern Dritter können Unternehmen lernen.

Die Vertreter der Wissenschaft weisen auf die langfristige Ausrichtung der Forschung hin, deren Ergebnisse oft erst nach mehr als 10 Jahren in der Praxis nutzbar sind. Stabile Finanzierungsbedingungen und ein besonderer Fokus auf interdisziplinäre Themen seien zu sichern, um das Risiko mangelnder Passfähigkeit textilspezifischer Themen zu minimieren.

Die Teilnehmer kamen überein, den Dialog fortzusetzen. Ziel müsse es sein, die KMU-geprägte Branche internationaler zu vernetzen und zu mehr Investitionen und Forschung und Innovation zu motivieren. An dem Gespräch am 26. September in Berlin nahmen u. a. Vertreter der Bundesministerien für Wirtschaft und Energie, für Bildung und Forschung, von der Förderberatung „Forschung und Innovation“ des Bundes, von Textilunternehmen und Verbänden sowie Forschungsinstituten teil.