Tierisch im Trend

Die Natur hält Einzug in die Welt der Wohnaccessoires

Heimtextil 2014

Vom 8. bis 11. Januar waren auf der Heimtextil wieder die neuesten Trends der Branche zu sehen. Die Leitmesse für Wohn- und Objekttextilien konnte 2014 zum vierten Mal in Folge einen Ausstellerzuwachs auf 2 718 Unternehmen verzeichnen. Auch der Besucherstrom konnte zulegen: knapp 67 000 aus 133 Ländern kamen nach Frankfurt. "Neben den erfreulichen Eckdaten untermauern die inhaltliche Qualität und das enorme Produktspektrum der Heimtextil ihre Alleinstellung als weltweite Leitmesse", bilanziert Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt.

Neue Fachbesucher kamen nach Messeangaben vor allem aus Skandinavien, Osteuropa und Südamerika. Nach Angaben der Messe Frankfurt bewerteten 79 Prozent der Aussteller ihren Auftritt auf der Heimtextil als erfolgreich und zeigten sich mit der Qualität der Besucher zufrieden. Von diesen erklärten 94 Prozent, ihre Messeziele erreicht zu haben.

Die internationale Fachmesse gilt als Konjunktur- und Trendbarometer für die Branche. Zum Jahresauftakt herrscht unter den Messeteilnehmern optimistische Stimmung: 78 Prozent der Aussteller und 81 Prozent der Besucher schätzen die aktuelle Branchenkonjunktur als gut oder befriedigend ein. Die Rückkehr führender Markenanbieter aus Europa sorgte bereits vor Messestart für eine verbesserte Konjunkturlaune. Auch die Mitglieder von Südwesttextil sprechen mehrheitlich von einer befriedigenden Auftragslage und positiven Umsatzerwartungen.

Der digitale Textildruck zählte zu den Highlights der Messe. Dem innovativen Trend, der profitable Kleinserien und damit eine stärkere Individualisierung erlaubt, dürfte eine große Zukunft bevorstehen. Neben Schwarz-Weiß-Kontrasten verspricht das textile Wohnen daher eine neue Buntheit. Besonders lebendig wird es durch auffällige, oft fotorealistische Tierprints und Pflanzenmotive. "Im Frühjahr werden wir Stoffe mit bunten Blumen in leuchtenden Farben und Naturtönen sehen", bestätigt auch Martin Auerbach, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Heimtextilien-Industrie. Computerbasierte Druckverfahren laden zum Experimentieren ein und ermöglichen filigranere Farbverläufe. Wie schon zuvor in der Bekleidungsmode schaffen überdruckte Jacquard-Muster neue Akzente.

Ebenfalls an die jüngste Entwicklung im Bekleidungsbereich erinnert die neue Opulenz. Üppige Stoffe in Edelsteinfarben und Metalltönen sorgen für eine elegante Atmosphäre. Modemacher Thomas Rath unterstreicht: Kahle, weiße Wände und Nüchternheit sind out. "Unbedingt Farbe!" rät der Designer - und die findet sich in Stilwelten zwischen frischer Natürlichkeit und üppigem Luxus zur Genüge wieder.

Auch die Handelsberatung BBE aus München vermeldet: Textiles Wohnen liegt im Trend. Wohntextilien profitieren von dem Megatrend, der die Wohnung als Rückzugsort definiert. Inwieweit sich die Hersteller diese Entwicklung zunutze machen können, hängt laut BBE stark davon ab, wie gut ihnen die Anpassung an sich wandelnde Vertriebsstrukturen gelingt. Denn der Fachhandel verliert Jahr um Jahr Marktanteile, genauso die Warenhäuser. Zu den Gewinnern gehören der Möbelhandel und der Internet-Vertrieb.

Neben den Umwälzungen in den Vertriebskanälen spielt das Thema des nachhaltigen Konsums eine immer wichtigere Rolle für die Branche. Das Interesse an ökologisch und fair produzierten Textilien wächst, Qualität wird als Kaufkriterium bedeutender - schließlich will man sich rundum wohlfühlen. Olaf Schmidt, Vice President Textiles & Textile Technologies der Messe Frankfurt, meint dazu: "Die Verbraucher legen zunehmend Wert auf gesundheitsfördernde und nachhaltig produzierte Waren. Und sie wollen immer häufiger wissen, welche Geschichte hinter dem Produkt steht."

2015 rollt die Heimtextil den Teppich aus: "Ganzheitliche textile Einrichtungskonzepte umfassen auch den Teppich. Auf der Heimtextil 2015 wollen wir das Thema intensiver angehen", kündigt Messechef Braun an.